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Pressevertrieb Axel-Springer-Verlag empört die Konkurrenz

Der Axel-Springer-Verlag geht beim Vertrieb einen neuen ungewöhnlichen Weg. Die Konkurrenten sind empört.

Axel-Springer-Verlag in Berlin Quelle: AP

Seinen jüngsten Coup startet der Verlag („Bild“, „Welt“, „Hörzu“) in Cham, einem 17.000-Einwohner-Städtchen im Bayerischen Wald. Von hier aus wolle Springer-Vorstand Andreas Wiele das deutsche Vertriebssystem für Zeitungen, Zeitschriften und Magazine kippen, befürchten Presse-Großhändler.

Insgesamt gibt es in Deutschland 75 Grossisten, sie haben das Land in 92 Gebiete aufgeteilt. In jeder Region beliefert ein Grossist exklusiv alle Verkaufsstellen. Zum Schutz der Pressefreiheit ist jeder Grossist verpflichtet, Neutralität zu wahren und ein umfassendes Sortiment anzubieten. Doch nun schert Springer aus.

"Ein Einzelfall"

In der Chamer Region lässt der Verlag seine Produkte durch einen neuen Grossisten zustellen – den Medienservice Cham, ein neu gegründetes Unternehmen. Bisher arbeitete Springer dort mit dem Großhändler Muggenthaler zusammen. Als der vom Regensburger Grossisten Schiessl übernommen wurde, forderte Springer die Herausgabe aller Daten. So habe der Medienriese wissen wollen, welcher Kiosk wie viele Exemplare von welchem Springer-Titel verkaufe.

Schiessl weigerte sich jedoch – „aus datenschutzrechtlichen und vertraglichen Gründen“, wie Geschäftsführer Werner Schiessl sagt, der auch Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Buch-, Zeitungs- und Zeitschriften-Grossisten ist. Cham bleibe ein Einzelfall, beteuert Springer. Doch Schiessl warnt: „Es geht um mehr.“

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