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Private-Equity-Branche Riskanter Börsentest von Kabel Deutschland

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Das Unterfangen ist riskant. Wenn Providence jetzt, falls der Kurs am unteren Ende der Preisspanne landet, einen deutlich niedrigeren Börsenpreis akzeptiert und einen großen Anteil von KDG erst einmal behält, machen die Amerikaner nur dann das erhoffte Geschäft, wenn der Aktienkurs kräftig zulegt.

Damit die erhoffte Rendite für die Providence-Investoren hereinkommt, müsste der Kurs im kommenden Jahr im zweistelligen Prozentbereich steigen. Frankfurter Banker sprechen deshalb von einem „Pokerspiel“. Selbst im Kreis der Konsortialbanken gilt der Deal als schwierig. Aus Bankenkreisen ist zudem zu ver-nehmen, dass Providence mit mindestens einem Kaufinteressenten weiter in Kontakt steht, um das Unternehmen gegebenenfalls kurzfristig doch als Ganzes zu verkaufen.

Was den Börsengang nicht leichter macht, ist die Private-Equity-typische Finanzierungsstruktur. So sitzt KDG auf mehr als drei Milliarden Euro Nettoschulden, die ihnen zum Teil der Eigentümer selbst aufgeladen hat, um den Kauf zu finanzieren. Auch kann KDG erst Dividenden ausschütten, nachdem ein spezieller, 2014 fälliger Kredit über aktuell 696 Millionen Euro abgelöst ist. Angeblich erwägt Providence, den Kredit umzuschulden, um KDG-Aktionären schon früher eine Ausschüttung zahlen zu können. Leicht dürfte allerdings auch das im derzeitigen Marktumfeld nicht werden.

Ähnliche Situation bei Brenntag

Providence muss auch deshalb einen hohen Preis erzielen, weil die Amerikaner KDG beim Kauf 2006 selbst mit 3,2 Milliarden Euro bewerteten. Wenn die von den Providence-Kunden erwartete zweistellige Jahresrendite drin sein soll, darf der Verkaufspreis nicht zu knapp ausfallen.

Ähnlich ist die Lage bei Brenntag: Der Eigentümer, der britische Investor BC Partners, zahlte 2006 sogar deutlich mehr als die bisher in Medien berichteten 3,2 Milliarden Euro: Die Bewertung beim Kauf betrug 3,5 Milliarden Euro, schreiben die Analysten des Konsortialführers Deutsche Bank.

Jetzt verlangt BC Partners von den Aktienkäufern Preise, die einen Unternehmenswert (einschließlich Schulden) von 4,4 bis 5,2 Milliarden Euro ergeben würden. Und das, obwohl auch Brenntag selbst nach Abzug eines Eigentümerdarlehens, das nach dem Börsengang in Eigenkapital gewandelt werden soll, auf üppigen 1,8 Milliarden Euro Schulden sitzt.

Erfahrung im Scheitern

In den vier Jahren seit dem Kauf durch BC Partners soll sich der Unternehmenswert also um 25 bis 50 Prozent erhöht haben. Zumindest am oberen Ende ist das sehr optimistisch geschätzt: Europäische Chemieaktien schafften im gleichen Zeitraum nur ein Drittel Kursplus. 

Dass Börsengänge immer noch jederzeit scheitern können, erlebte der US-Investor Blackstone, der vor wenigen Wochen den Börsengang seines Beteiligungsunternehmens Travelport absagen musste. BC Partners konnte das Debüt seiner französischen Pflegeheimkette Medica zwar retten, musste dafür allerdings den Preis um ein Drittel senken.

Dennoch sehen die meisten Finanzinvestoren solche Rettungsaktionen noch lieber als einen Börsengang, der ganz scheitert. „Sobald die erste Börsenplatzierung schiefgeht, weil die Preiserwartungen zu hoch sind“, sagt Chris O’Brien, US- und Europa-Chef des US-Investors Investcorp, „wird sich der Markt für Börsengänge wieder schließen.“

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