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Ratingagenturen Standard&Poor’s widerspricht Vorwürfen zu Griechenland

Torsten Hinrichs, Deutschland-Chef von Standard&Poor’s, bestreitet, ihre Herabstufung hätte die EU zu den Hilfen für Griechenland gezwungen. Die Unabhängigkeit einer europäischen Ratingagentur bezweifelt er.

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Eine steuerfinanzierte Einrichtung sei nicht frei von Interessenkonflikten, sagte er in einem Interview mit der am Montag erscheinenden WirtschaftsWoche. „Im Gegenteil, Staaten sind sowohl als Emittenten, Investoren und Regulierer gleich mehrfach an den Märkten aktiv. Daraus ergibt sich doch eher mehr als weniger Konfliktpotenzial.“

Hinrichs räumte ein, dass das Geschäftsmodell der kommerziellen Ratingagenturen auch potenzielle Interessenkonflikte berge, betonte jedoch, dass weder Staaten noch Unternehmen Ratings  kaufen könnten. Dennoch sollte es neben den bisher existierenden noch andere Ratingagenturen geben, da dies Meinungsvielfalt und damit zusätzliche Transparenz an den Märkten schaffe.

Hinrichs widersprach Vorwürfen,  S&P habe durch die heftige Herabstufung griechischer Anleihen auf damit Ramschniveau die EU gezwungen, Athen mit Milliardenhilfen zu unterstützen. S&P habe bereits 2004 begonnen, Griechenland herunterzustufen. „Die Märkte hingegen haben griechische Papiere schon seit Januar viel pessimistischer bewertet. Schon allein die zeitliche Entwicklung zeigt, dass es völlig falsch ist, aus der jüngsten Herabstufung abzuleiten, wir hätten die EU zu etwas gezwungen“, sagte Hinrichs.

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