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Raumfahrt Airbus-Mann für den Weltraum

Nächstes Jahr läuft der Vertrag von EADS-Chef Louis Gallois aus. Ein Deutscher soll dann den Job machen. Gallois rechnet bei seinem Nachfolger nicht mit Überraschungen. Alles deutet auf Airbus-Chef Thomas Enders hin.

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Thomas Enders (links), Louis Quelle: dpa

Ende 2012 braucht der europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS einen neuen Chef. Der Vertrag von Louis Gallois endet im Dezember 2012. Der geht, was seine Nachfolge betrifft, von wenig Überraschendem aus. "Arnaud Lagardère wird EADS-Verwaltungsratsvorsitzender, und mein Nachfolger wird ein Deutscher sein", sagte er in einem Interview. Bislang sieht es so aus, als werde Airbus-Chef Thomas Enders das Rennen machen.

Major Tom

Enders wurde am  21. Dezember 1958 im rheinlandpfälzischen Neuschlade als Sohn eines Schäfers geboren. Nach dem Abitur ging Enders als Fallschirmjäger zur Bundeswehr, seit dieser Zeit trägt er den Spitznamen Major Tom. Heute ist Enders Major der Reserve.

Nach der Bundeswehrzeit studierte er von 1978 bis 1983 Politik-, Wirtschafts- und Geschichtswissenschaften in Bonn und an der Universität von Kalifornien. 1982 ging er als Assistent zum Deutschen Bundestag, wo er bis 1985 blieb. Von 85 bis 1987 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsinstitut der Konrad-Adenauer-Stiftung in Bonn. 1987 war auch das Jahr, in dem Enders promovierte. Seine Dissertation trägt den Titel "SPD und die äußere Sicherheit".

1988 ging er als wissenschaftlicher Mitarbeiter zum Deutschen Rat für Auswärtige Angelegenheiten nach Bonn und zum International Institute for Strategic Studies nach London. Im Jahr darauf wechselte er den Job und wurde Mitglied des Planungsstabes des Verteidigungsministeriums. Das blieb er bis 1991, bis er zur Messerschmitt-Bölkow-Blohm/Daimler-Benz Aerospace AG – einem großen deutschen Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern – in München ging. Bei der MBB arbeitete er vier Jahre lang auf  verschiedene Marketingpositionen. Von 1995 bis 1996 war Enders Geschäftsführer und Vorsitzender des Aufsichtsrates der DASA. Bis 2000 hatte er dort den Posten des Corporate Development and Technology-Direktors.

Ebenfalls im Jahr 2000 kam Enders – kurz nach deren Gründung – zur EADS: Er wurde stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Mitglied des Lenkungsausschusses. Von Mai 2004 bis August 2007 war er Vorstandsvorsitzender der EADS, im August 2007 wurde er schließlich Unternehmensleiter bei Airbus. Seit 2005 ist er zusätzlich Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie, außerdem sitzt er bei der Deutschen BP Aktiengesellschaft und der Dornier Luftfahrt GmbH im Aufsichtsrat.

Bergwandern und Hubschrauber fliegen

In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Skifahren, Fallschirmspringen und Bergwandern. Enders besitzt außerdem einen Pilotenschein für Hubschrauber.

Er ist verheiratet und hat vier Söhne.

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