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Richemont-Chef Norbert Platt "Luxus muss Sinn stiften"

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Was ist dran an Gerüchten, Richemont und die französische Leder- und Modemarke Louis Vuitton näherten sich an?

Diese törichte Spekulation will ich nicht weiter kommentieren. Wir suchen zurzeit nicht aktiv nach neuen Marken, auch nicht nach kleineren. Wir sehen keine zwingende Notwendigkeit, jetzt unser Portfolio zu erweitern. Das schließt nicht aus, dass wir eine gute Gelegenheit wahrnehmen würden...

...Ihre Kriegskasse ist mit rund 850 Millionen Euro gut gefüllt.

Wir haben im Moment Wichtigeres zu tun und kümmern uns um das schwierige laufende Geschäft. Es gibt auch keine Investmentbank, die wir beauftragt hätten, etwas zu suchen oder vorzubereiten.

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    Warum schrieb Richemont in der Mode und bei den Accessoires in den vergan-genen Jahren meist Verluste? Ihre Wettbewerber Louis Vuitton, Gucci oder Prada verdienen sich hier eine goldene Nase.

    Nun, unsere Mode- und Accessoires-Marken wie Chloé, Alïa oder Lancel und Dunhill schreiben inzwischen in Summe fast schwarze Zahlen. Das reicht natürlich nicht. Wir haben im Mai diesen Bereich unter der Führung von Martha Wikstrom, die zuvor im Richemont-Verwaltungsrat saß, zusammengefasst. Das zeigt unseren Willen, diese Marken nach vorne zu bringen.

    Ich gebe zu, dass wir in den vergangenen Jahren die Aufmerksamkeit vor allem auf Uhren, Schmuck und Schreibgeräte legten. Wir wissen, dass in der Mode und bei Accessoires ein Riesenpotenzial liegt. Das ist vorwiegend eine weibliche Welt und bietet deshalb große Chancen. Ein Mann kauft sich alle 15 Jahre eine Aktentasche von Dunhill oder Montblanc. In dem Zeitraum hat sich eine modebewusste Frau mehr als zehn Handtaschen gekauft.

    Richemont war für den Kulturkampf zwischen angelsächsischen und frankofonen Managern bekannt. Wie ist das heute?

    Da gibt es noch gewaltige Unterschiede. Das kommt zunächst daher, dass unsere Markenchefs ein Riesen-Ego haben müssen, um als Missionare ihrer Marke nach innen und außen zu wirken. Ein président-directeur général französischer Prägung ist eine Art Halbgott in seinem Reich. Ein angelsächsisch ausgebildeter Chef dagegen sieht sich eher als Sparringspartner seiner Manager nach dem Motto: „Give me the truth.“ Beide Haltungen sind gut für Richemont und -erzeugen eine kreative Spannung. Und die Tatsache, dass ich als Deutscher viele Sachen ziemlich nüchtern angehe, hat dazu beigetragen, dass wir die beiden Kulturwelten ganz gut unter einen Hut bekommen.

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