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Rohstoffkonzern K+S "Neue Bergwerke in Deutschland"

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Die weltweit größten Anbieter im Kalidünger-Geschäft und im Salzgeschäft

Damit meinen Sie sicher Russland und Ihren Großaktionär, den russischen Oligarchen Andrej Melnitschenko, der seit 2007 an K+S beteiligt ist und derzeit knapp 15 Prozent der Anteile hält, ohne dass es bisher zu einer Kooperation gekommen ist.

Wir hätten zusammen mit Eurochem, dem Unternehmen von Herrn Melnitschenko, gerne ein Kali-Bergwerk im Ural erschlossen. Eurochem hat jedoch beschlossen, das alleine zu machen. Das müssen wir akzeptieren.

Schmerzt das nicht umso mehr, als durch die Fusion Ihrer Wettbewerber Silvinit und Uralkali in Russland gerade der zweitgrößte Kali-Anbieter der Welt entsteht?

Warten wir’s ab. Ich bin gespannt, wie sich diese beiden unterschiedlichen Unternehmen zusammenfinden. Die Regierung in Moskau hat beschlossen, nationale Champions zu fördern, auch im Kalibergbau. Kartellrechtliche Fragen spielen dabei offensichtlich keine Rolle.

Die Geschäfte der K+S-Gruppe

In Weißrussland stehen 25 Prozent am Kalikonzern Belaruskali zum Verkauf. Sind Sie interessiert?

Das ist derzeit kein Thema.

K+S fördert Kali hauptsächlich in Deutschland. Wenn Sie im Ausland nicht zum Zuge kommen, bleibt Ihnen dann nur, neue Bergwerke in Deutschland aufzuschließen, um die steigende Nachfrage zu bedienen?

Nanu – die Übernahme von Potash One zeigt doch, dass wir im Ausland zum Zuge kommen. Dennoch: Wir sind daran interessiert, mittel- bis langfristig auch in Deutschland ein neues Kalibergwerk aufzuschließen. Ich bin sehr dafür, heimische Rohstoffe zu fördern. In Deutschland gibt es keine politischen Unruhen, in kaum einem Land ist der Zugang zu Rohstoffen so sicher.

Außer Kali, Salz, Kohle und Gips gibt es kaum Rohstoffe in Deutschland.

Wir könnten da viel mehr daraus machen, wenn wir wollten. Allerdings ist in den vergangenen Jahren dem Umweltschutz häufig Vorrang vor dem Rohstoffabbau gegeben worden. Nun setzt sich in der Politik, Gott sei Dank, immer mehr die Erkenntnis durch, wie wichtig heimische Rohstoffe sind. Das hat sicher auch damit zu tun, dass wir bei vielen Rohstoffen wie Kupfer oder den sogenannten Seltenen Erden bereits stark vom Ausland abhängig sind. Von daher hätte ein neues Bergwerk in Deutschland natürlich Charme.

Wo würde K+S damit beginnen?

Wir denken konkret über zwei Standorte nach – das Bergwerk Siegfried Giesen bei Hildesheim in Niedersachsen und das Bergwerk Roßleben in Thüringen. Beide sind frühere Kaliwerke, die vor Jahrzehnten stillgelegt wurden. Teile der Infrastruktur sind aber noch vorhanden. Für Siegfried Giesen haben wir eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die in diesem Sommer abgeschlossen sein sollte. Dann sehen wir weiter. Der Vorteil ist, dass uns Siegfried Giesen gehört. Das Bergwerk Roßleben gehört hingegen dem Bund. Der hat den Verkaufsprozess aber zunächst gestoppt. Da müssen wir abwarten.

Bergbau geht fast immer mit schweren Eingriffen in die Umwelt einher. Graut es Sie schon vor möglichem Widerstand und Protestaktionen wie bei neuen Kohlekraftwerken oder bei Stuttgart 21?

Ich würde unsere Projekte nicht mit Stuttgart 21 vergleichen. Wir haben sowohl in Roßleben als auch bei Siegfried Giesen Unterstützung aus großen Teilen der lokalen Bevölkerung und Politik. Wenn wir uns dafür entscheiden sollten, würden wir von den Erfahrungen lernen und Bürger und Umfeld mit einbeziehen.

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