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Rupert Stadler im Interview "Schritt für Schritt"

Audi-Vorstandschef Rupert Stadler über die Klimadebatte und die Folgen für die Autoindustrie, über das Drei-Liter-Auto und den Fluch der Grenzwerte.

Audi-Chef Rupert Stadler, AP

WirtschaftsWoche: Herr Stadler, auf der IAA im September wollen die Fahrzeughersteller neue Technologien präsentieren, mit denen das Auto umweltverträglicher werden soll. Eine Folge der Diskussion um den Klimawandel? Stadler: Tatsächlich wird in Frankfurt ein Schwerpunkt bei den ökologischen Themen liegen. Wir haben unsere Hausaufgaben schon weit vor der aktuellen Diskussion gemacht, sonst könnten wir innovative Technologien zur Verbrauchsreduzierung und Abgasreinigung unseren Kunden nicht heute schon anbieten. Darauf sind wir stolz, auch vor dem Hintergrund der langen Produkt- und Investitionszyklen unserer Industrie. Diesen Vorsprung stellen wir in den Mittelpunkt unserer Kommunikation. Unsere Kunden und die Öffentlichkeit haben einen Anspruch darauf, zu erfahren, was wir wirklich leisten, um die Umwelt zu entlasten – und zwar im Einklang mit unseren Markenwerten Sportlichkeit, Progressivität und Hochwertigkeit. Die Kommunikation von Audi lag in der jüngeren Vergangenheit eher auf sportlichen und PS-starken Autos. Wie groß war der Druck, einen Kurswechsel vorzunehmen? Wir haben immer gesagt, dass Leistung und Verbrauch bei einem umweltverträglichen modernen Auto kein Gegensatz sein müssen. Wir können beides sehr gut miteinander verbinden – und schulden dies der Kundenakzeptanz. Der Geländewagen Audi Q7 und der Sportwagen R8 sind nicht gerade Öko-Mobile. Die Kunden des Audi R8 haben sich bewusst für Leistung und Fahrspaß entschieden, auch weil sie wissen, dass dieses Modell dank seiner modernen Benzin-Direkteinspritzung und Vollalumimium-Karosserie deutlich effizienter ist als vergleichbare Sportwagen. Und in 80 Prozent der Audi Q7-Modelle arbeitet ein sparsamer Dieselmotor. Also weiter so wie bisher? Ganz im Gegenteil. Wir tun schon eine ganze Menge – am anderen Ende der Modellpalette, dort, wo die Volumina einen echten Hebel zur CO2-Minderung bieten. Wir haben einen Audi A3 1.9 TDI mit einer speziellen Getriebeübersetzung und diversen anderen Maßnahmen in den Markt gebracht, der nur 4,5 Liter Dieselkraftstoff auf 100 Kilometer verbraucht, das entspricht 119g CO2. Das gleiche Paket sorgt im A4 dafür, dass dieses Mittelklasseauto mit 5,2 Litern Diesel (139g CO2) auskommt. Auch bei den Benzinmotoren sind wir Vorreiter: Wir haben der Direkteinspritzung zum Durchbruch verholfen. Danach haben wir diese Technik mit dem Turbo kombiniert. Das ist für uns die Zukunft beim Ottomotor. Hier sind wir in Sachen Effizienz und Kundennutzen deutlich vor unseren Wettbewerbern. Lassen Sie uns also über Fakten diskutieren… … zum Beispiel über eine Senkung des Flottenverbrauchs, über klimafreundliche Lösungen. Genau. Deshalb werden wir unsere Effizienz-Maßnahmen über die gesamte Modellpalette hinweg anbieten. Es liegt dann am Kunden, welchen Weg er gehen will. Vorschreiben können und wollen wir dem Autokäufer nichts, wir können nur Angebote machen. Bei den deutschen Premium-Herstellern besteht das Angebot – überspitzt formuliert – derzeit noch im wesentlichen aus PS-starken oder aus Autos mit Dieselmotor. Der Dieselmotor ist ja auch eine tolle Spritspar-Technologie, mit der wir ganz hervorragend den Verbrauch eines Autos beeinflussen können. Speziell unser Konzern hat sich hier in den vergangenen Jahren große Kompetenz erarbeitet: Audi ist Pionier in der Dieseltechnologie und wir sind zutiefst überzeugt, dass der Diesel noch weiteres Potenzial bietet. Ab Mitte 2008 werden wir die weltweit sauberste Diesel-Technologie in Serie bringen. Die neuen TDI-Motoren mit ultra low emission system kombinieren Leistungsfreude und Durchzugskraft mit exzellenten Verbrauchswerten und unerreicht niedrigen Emissionen. Audi hat dem Diesel mit dem TDI zum Durchbruch verholfen. Die Akzeptanz wird in Zeiten steigender Rohstoffpreise weltweit noch weiter steigen.

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