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Russen-Einstieg bei Infineon Der Sicherheitstechnik droht der Ausverkauf

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Hohe Reputation für Deutsche

„Die deutschen Hersteller genießen eine hohe Reputation“, stellt Berater Bernnat fest. „Wegen fehlender Spionageaktivitäten wird eine Neutralität angenommen, die deutsche Unternehmen zu einem verlässlichen Partner machen.“

Experten wie Bernd Kowalski, Abteilungsleiter beim Bundesamt für Sicherheit in Informationstechnik, wollen deshalb Leuchtturmprojekte mit Hochsicherheitstechniken schaffen, die weltweit für Aufsehen sorgen. Eine Idee könnte sein, rund um den elektronischen Personalausweis einen Verbund mit den dort engagierten Firmen aufzubauen, damit sich dort eingesetzte Sicherheitstechniken besser ins Ausland verkaufen lassen. „Beim elektronischen Personalausweis nimmt Deutschland eine weltweite Führungsrolle ein“, sagt Kowalski. Diesen Trumpf könne man ausspielen.

Mit dem Einstieg der Russen bei Infineon wäre solch eine Initiative zum Scheitern verurteilt. Für die deutsche Spionageabwehr wäre das der Offenbarungseid, fürchten Sicherheitsexperten. Die bislang so tadellose Reputation bekäme empfindliche Kratzer.

Denn über Sistema hätten auch russische Geheimdienste Zugriff auf die geheimen Codes des neuen Sicherheits-Chips, die im elektronischen Personalausweis zum Einsatz kommen sollen. Erst kürzlich hat der Konzern neue Halbleiter vorgestellt, die Daten nicht mehr im Klartext, sondern verschlüsselt verarbeiten. Selbst wenn Hacker in das System eindringen, bekommen sie nur kryptische, also unleserliche Datenreihen zu sehen.

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    Von November an geben die Einwohnermeldeämter die ersten elektronischen Personalausweise aus. Spätestens dann, sagen Sicherheitsexperten, wollen auch ausländische Geheimdienste im Besitz des Entschlüsselungscodes sein. Infineon unter der Aufsicht von russischen Anteilseignern könnte den Moskauer Agenten einen Vorsprung verschaffen. 

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