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Russische Staatsbahn "Eurasische Bahn-Landbrücke ist unser langfristiges Ziel"

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Kennzahlen der Staatlichen russischen Eisenbahn

Welche Güter kommen für den Schienentransport zwischen dem Fernen Osten und Mitteleuropa überhaupt infrage?

Eine Analyse der Lage der Bodenschätze und der Absatzmärkte zeigt, dass die Staaten mit Breitspur dank ihrer geografischen Lage ein immenses Wachstumspotenzial für Gütertransporte zwischen Westeuropa und Ostasien bergen. Je nach dem Wert der Fracht beträgt die Ersparnis bis zu 1000 US-Dollar pro Container...

...was doch aber nur bei bestimmten Gütern funktionieren kann: zum Beispiel bei Autoteilen, die durch die lange Seefahrt hohe Kapitalkosten verursachen. Oder bei zeitkritischen Gütern, die heute teuer per Flugzeug transportiert werden müssen.

Der Markt für Containertransporte auf der Schiene zwischen Asien und Europa ist hoch aufnahmefähig. Momentan werden die allermeisten Güter mit dem Schiff transportiert. Wenn es uns gemeinsam mit unseren europäischen und asiatischen Partnern gelingen sollte, nur zehn Prozent aller Transporte aus Südostasien nach Europa anzulocken, hätte dies ein Volumen von 50 Milliarden US-Dollar.

Experten bezweifeln, dass solche durchgehenden Züge wirtschaftlich sein können, weil die Verkehrsströme unterschiedlich sind. Volle Container für Deutschland aus China müssten beispielsweise teuer, weil ziemlich leer, zurückfahren. Wäre es da nicht viel besser, Sie würden die Transportkette irgendwo in Russland zerteilen, um die Frachtmengen zu erhöhen?

Darüber machen wir uns schon lange Zeit Gedanken. Die Effizienz der Transsibirischen Eisenbahn als internationale Verkehrsachse hängt tatsächlich nicht nur von der Geschwindigkeit ab, mit der die Güter durch Russland gebracht werden. Im Endeffekt müssen wir mehr bieten als Beförderungsmöglichkeiten. So überlegen wir, ein Unternehmen ins Leben zu rufen, das alle Transportarten vereint, um die Fracht „von Tür zu Tür“ zu liefern. Dazu gehören auch entsprechende Logistikterminals.

Das ist alles noch klassischer Transport, wo bleibt die Logistik?

Bei der Logistik haben wir die Verwaltung der Terminals und Lagerhallen zusammengefasst. Die Gesamtfläche unserer Terminal- und Lagerhalleninfrastruktur beläuft sich auf 5,6 Millionen Quadratmeter. Die RZD bietet eine breite Palette von Terminal- und Lagerungsdienstleistungen an, einschließlich Be- und Entladungsarbeiten, die Aufbewahrung von Gütern, die Reinigung der Waggons, das Wiegen der Güter und anderes mehr. Unsere Aufgabe ist es, das Geschäft in dieser Richtung auf ein neues Niveau zu heben und es hochprofitabel zu machen.

Die Deutsche Bahn bietet mithilfe ihrer internationalen Speditionen Schenker und Bax Global komplette Logistiklösungen, in denen der Schienentransport enthalten ist. Müssten Sie nicht viel stärker in diese Richtung gehen, um höhere Margen zu erzielen?

Wir denken verstärkt in diese Richtung. Ich räume gern ein, dass wir auf diesem Gebiet weniger Erfahrung haben als die Deutsche Bahn. Aber das kann sich ja ändern, denn die Entwicklung der Logistikkomponente zählt zu den Strategien zur Diversifizierung unseres Geschäfts. 

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