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Schiffahrt Bremerhaven gerät bei Autoimporten in Zugzwang

Aus dem Ausland kommen weniger Neuwagen, und sie kommen auf anderen Wegen als bisher. Das setzt die Bremer Lagerhaus-Gesellschaft unter Zugzwang.

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In guten Zeiten war das Autoterminal der Bremer Lagerhaus-Gesellschaft (BLG) an den Kaiserhäfen ein gigantischer Großparkplatz für bis zu 120.000 Neufahrzeuge. Doch die Wirtschaftskrise hat die Reihen auf dem weltgrößten Umschlagplatz für Autos gelichtet. Wurden im Frühjahr 2008 noch über 320 000 Autos von Bremerhaven aus nach Übersee verschifft, waren es im ersten Quartal 2010 nur gut 257 000. Noch dramatischer – um fast 65 Prozent – gingen die Importe zurück: Statt 191 000 Autos landeten in den ersten drei Monaten 2010 nur rund 65 000 Autos an.

BLG-Chef Detthold Aden sieht keine Besserung: „Die Krise beschert uns einen Strukturwandel in der Automobillogistik.“

Statt über die Hochseehäfen an der Nordsee kommen die Billigautos japanischer und koreanischer Hersteller nun verstärkt über den russischen Pazifik-Hafen Wladiwostok und mit der transsibirischen Eisenbahn nach Europa – oder werden direkt in Osteuropa produziert. Die BLG will deshalb Teile des Autoterminals Bremerhaven umwidmen und für die Montage von Offshore-Windkraftanlagen nutzen.

Parallel investiert die BLG in 75 Züge für den Transport von Autos, in eine Schiffsverbindung nach St. Petersburg und in Beteiligungen in Osteuropa. Ein Joint Venture mit dem größten Autologistik-Unternehmen der Ukraine wurde bereits geschlossen – Ziel ist der Bau eines Autoterminals in Kalinovka. Gesucht wird noch ein Hafen am Schwarzen Meer, an dem sich die BLG beteiligen kann. Aden sieht das Osteuropa-Geschäft „dramatisch“ wachsen und sieht hier auch die nächste Angriffswelle chinesischer Autohersteller anbranden.

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