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Serie: Pioniere der Wirtschaft Artur Fischer: „Geht nicht, gibt’s nicht“

Wie das schwäbische Genie Artur Fischer Dübel, Synchronblitz und Fischertechnik erfand und so zu Deutschlands größtem Erfinder-Unternehmer wurde – und wie er die Bauerntöchter im heimischen Waldachtal in seine Fabriken lockte.

TUMLINGEN. Es knirscht. Und dann zerreißt es den Beton. Das Knattern unter der fünf Meter hohen Hallendecke erstirbt. Mit 50 Tonnen Zugkraft hat die Winde an dem Dübel samt Bolzen gezerrt, den Werner Heinzelmann in die 40 Zentimeter dicke Betonplatte auf dem Boden gesteckt hat. Der Leiter des Prüffeldes der Fischerwerke ist zufrieden: Wieder einmal ist ein Fischer-Dübel – dieses Mal ein Zyklon-Bolzenanker Typ FZA – stärker als Beton. Während Heinzelmann den fingerlangen Bolzen aus dem Geröll zu seinen Füßen pult und vom Kanaltunnel zwischen Frankreich und Großbritannien erzählt, den solche Bolzen zusammenhalten, klappert es hinter einer Werkbank. Artur Fischer, 85, holt den kleinen Staubsauger, knipst ihn ein und saugt den Betonstaub von Bohrloch und Boden weg. Gründlich. Früher lief er gerne am Wochenende durch die Firma, schaute hier, schaute dort. Montags fand dann manch ein Beschäftigter einen Zettel des Chefs an Werkbank oder Maschine. „Ordnung ist das halbe Leben“, war da zu lesen. Oder ein anderer bodenständiger Satz. Draußen hinter der Halle schmiegen sich die Wiesen an die Hänge des Waldachtals – damals wie heute. Von hier, wo in den fünfziger Jahren „einer schon ein Großbauer war, wenn er zwei Pferde besaß“, wie Artur Fischer erzählt, stammt er. Hier in Tumlingen hielt es ihn so fest wie seine Dübel den Schrank in Ihrer Küche. Oder so, wie sie die Arena auf Schalke oder das Taipeh 101, das mit 508 Metern höchste Gebäude der Welt in Taiwan, zusammenhalten. „Geht nicht, gibt’s nicht. Es geht SO nicht, das gibt’s“, sagt Fischer. Das ist kein machohaftes Managerlatein aus dem Motivationsseminar. Es ist seine tiefe Überzeugung. „,Das geht nicht’ ist das Bequemste, was man sagen kann“, findet Fischer und fügt hinzu: „Aufgeben fasse ich immer noch auf wie Fahnenflucht.“ Immer und immer wieder findet Fischer eine Lösung für das „so“. 1991 erhält er den Werner-von-Siemens-Ring, den Nobelpreis für Techniker, der seit 1916 nur alle drei Jahre vergeben wird. Er stellt Fischer in eine Reihe mit Carl Bosch, Carl von Linde und Wernher von Braun. Es gab Zeiten, in denen seine Firma wöchentlich ein neues Patent anmeldete. 1 100 hält Artur Fischer bis heute. Fast so viele hält Amerikas Nationalgenie Thomas Alva Edison, der der Welt zwischen 1847 und 1931 Glühbirne, Schreibmaschine und Phonograph schenkte. Mit seinen Erfindungen säte Edison die Saat, aus der einer der größten Konzerne der Welt mit 125 Milliarden Euro Umsatz und fast 400 Milliarden Dollar Börsenwert spross: General Electric. Erwin Teufel, der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs, stellt seinen Landsmann Artur Fischer in die Reihe der ganz Großen à la Edison. Fischer habe „den Rang der großen Industriepioniere aus dem letzten Jahrhundert“ erreicht: „Ich kenne keinen vielseitigeren und kreativeren Menschen“, sagt Teufel. Ganz so groß wie General Electric wurden die Fischerwerke – Umsatz 2004: 440 Millionen Euro – zwar nicht. Dafür fehlt Artur Fischers Unternehmen ein halbes Jahrhundert Geschichte und dem Gründer selbst wohl auch die nötige Portion Gier.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Allemal genug geniale Ideen

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  • Artur Fischer: „Geht nicht, gibt’s nicht“
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