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Siemens-Hauptversammlung Geburtstagsgeschenk für den Ex-Chef

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Peter Löscher (AP Photo/Uwe Quelle: AP

Deutlich weniger Dissens besteht zwischen Siemens-Management und den Aktionären dagegen über das operative Geschäft und die strategische Ausrichtung. Auch Konzernboss Peter Löscher wird in seiner Rede direkt im Anschluss an Cromme nicht müde, die gute Verfassung des von ihm geleiteten Unternehmens hervorzuheben: „Siemens zeigt Stärke in der Krise“, „Wir haben in die Offensive zurückgefunden“, „Siemens stellt Weichen in Richtung Nachhaltigkeit“ lauten Löschers zentrale Botschaften, um darzulegen, wie gut der Konzern aufgestellt sei. Das unterstreicht Löscher sogar optisch: Im Gegensatz zu Crommes knallrotem Binder trägt der 52-jährige Österreicher eine dezente, beinahe in Siemens-typischem grün gehaltene Krawatte.

Vergütungssystem zur Abstimmung

„Sieht die Zukunft von Siemens wirklich so grün aus wie Löschers Schlips?“, fragt später auch ganz treffend Hans-Martin Buhlmann von der Vereinigung Institutioneller Privatinvestoren (VIP). Aber ernsthafte Gegenargumente gegen die Ausrichtung des Konzerns auf Energieeffizienz und Umwelttechnologien hatte auch er nicht. Mehr in Rage redete sich Buhlmann dagegen beim Thema Managervergütung. „Das ist schon ein beachtliches Volumen, das die Siemens-Manager als Vergütung erhalten. Da frage ich mich: Ist das ein Bezug oder ein Verdienen?“, so Buhlmann mit Blick auf die rund sieben Millionen Euro, die allein Vorstandschef Peter Löscher im vergangenen Jahr erhalten hat. Die Höhe der Bezüge können die Siemens-Aktionäre zwar nicht direkt beeinflussen. Aber immerhin steht das der Vergütung zugrunde liegende System wie etwa feste und variable Bestandteile dieses Mal zur Abstimmung – erst zum zweiten Mal in Deutschland nach einer ähnlichen Abstimmung bei ThyssenKrupp in der vergangenen Woche.

Berater Joschka Fischer in der Kritik

Das neue Vergütungssystem soll für Vorstände und Aufsichtsräte gelten – und letztere sollen nach der Zahl der Sitzungen des Kontrollgremiums bezahlt werden, was Buhlmann kritisiert: „Wir sollten nicht für die Hintern, sondern für das Gehirn der Aufsichtsräte bezahlen.“ Einen weiteren Seitenhieb gibt der VIP-Vertreter dann noch in Richtung eines ehemaligen Bundesministers, der seit einiger Zeit als Siemens-Berater unterwegs ist: „Warum bekommt der mehr als eine Million Euro im Jahr, obwohl er uns doch früher immer geschadet hat?“, fragt Buhlmann unter aufbrausendem Zwischenapplaus. „Nur weil er jetzt als 'Fischer für neue Kontakte' durch die Lande reist?“

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