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Softwarehaus Wie IDS Scheer ums Überleben kämpft

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„Es wäre sinnvoll, sich wieder aus einigen Ländern zu verabschieden, wo man nicht die kritische Masse erreicht“, sagt Thomas Hofmann, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Doch das lehnt Scheer ab. Kleinere Länder könnten in größeren Einheiten gebündelt werden, die künftigen Strukturen des Auslandsgeschäftes werden gerade geprüft.

Doch ein Rückzug kommt für Scheer nicht infrage. „Wir wollen es der Welt zeigen“, sagt er kämpferisch. Scheer und der Ex-IDS-Chef Alexander Pocsay glauben auch weiter an den Erfolg des Unternehmens, kürzlich kauften sie Papiere im Wert von insgesamt 1,1 Millionen Euro.

Ein weiteres Dauerproblem ist die Beratung. IDS Scheer analysiert und optimiert die Geschäftsprozesse von Unternehmen. Dazu bieten die Saarländer neben der eigenen Software Aris auch Beratungsdienstleistungen an. Aris verdient zwar gutes Geld, trägt aber nur ein Drittel zu den Einnahmen bei. Umgekehrt bringt das Beratungsgeschäft zwei Drittel des Umsatzes, aber nur maue Margen.

Daher sollen Dienstleistungen wie die Einführung von SAP-Software, die wenig einbringen, künftig zugunsten höherwertiger Beratungsprojekte zurückgefahren werden. Nur: IDS Scheer versucht das schon länger, ohne dass sich Erfolg eingestellt hätte. Ebenso ist die Idee, dass die Berater in Zukunft auch Aris verkaufen sollen, letztlich ein Schritt zurück in die Zeit vor Ex-Vorstandschef Volk, der bei seinem Amtsantritt die Bereiche trennte. „Es waren zwei verlorene Jahre“, gesteht Scheer.

Durch den Umbau soll die Rendite im kommenden Jahr wieder in den zweistelligen Bereich gehievt werden, fordert Scheer: „Selbst bei Nullwachstum.“ Doch so fest wie früher scheint Scheers Glaube an sich selbst nicht mehr zu sein. „Wir müssen sehen, ob Unternehmen unserer Größe vom Markt noch akzeptiert werden“, sagt er. Es droht die Gefahr, im internationalen Geschäft zwischen den globalen IT- und Beratungshäusern und regionalen Spezialisten zerrieben zu werden.

In der Vergangenheit hat Scheer trotz verschiedener Offerten einen Verkauf kategorisch abgelehnt. Auch jetzt ist ihm wichtig zu betonen, er habe das Unternehmen nicht gegründet, um einmal Kasse zu machen. Experten glauben trotzdem, dass die Tage der Selbstständigkeit von IDS Scheer gezählt sind.

„Über kurz oder lang wird das Unternehmen in das Reich von SAP eingehen“, sagt LBBW-Analyst Hofmann. Auch andere Beobachter rechnen mittelfristig mit einem Verkauf. „Doch ich weiß nicht, ob für SAP eine Übernahme so glücklich wäre“, sagt ein Branchenkenner. „Der Margenunterschied ist schon gewaltig.“

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