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Solarbranche Die fetten Jahre sind vorbei

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Nur ein Solarunternehmen konnte einen Gewinn vermelden: Solarworld aus Bonn. Das starke US-Geschäft bescherte dem Unternehmen ein Plus von 22,4 Millionen Euro. Dennoch: Der Umsatz ging im ersten Halbjahr zurück - von 608 auf 535 Millionen Euro.

Statt als Helden der Energiewende gefeiert zu werden, kämpft die deutsche Solarbranche um ihr Überleben. Schuld an der Misere seien steigende Rohstoffkosten, sinkende Verkaufspreise und Subventionskürzungen, heißt es bei den Herstellern. Erst Anfang des Jahres hatte die Bundesregierung die Vergütung für Solarstrom gekappt, der ins Netz eingespeist wird - von 33 auf 28,74 Cent pro Kilowattstunde.

Die Konkurrenz drückt aufs Tempo

Zudem sei das Marktumfeld schwach, klagen die Hersteller. Zwar ist Deutschland mit rund 54 Prozent aller installierten Anlagen der größte Solarmarkt weltweit. Doch fast jede zweite in Deutschland installierte Solaranlage kommt aus China. Wolfgang Hummel, Energieexperte an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), erwartet einen „massiven Preiskampf und Verdrängungswettbewerb“. Denn die asiatischen Unternehmen drücken aufs Tempo und bauen ihre Kapazitäten aus.

Bis zum Ende des Jahres werden rund 85 Prozent der weltweit hergestellten Solarzellen aus China kommen, haben die britischen Marktforscher von IMS Research errechnet. Deutsche Solarunternehmen, die sich ohnehin schon in einer finanziellen Schieflage befinden, sind in ihrer Existenz bedroht: „Die Gefahr ist groß, dass manche Unternehmen vom Markt verschwinden werden“, sagt HTW-Energieexperte Hummel.

Die deutschen Solarhersteller sind nicht nur die Leidtragenden, teilweise haben sie diese Entwicklung auch verursacht. Weil ihre Produktion wegen der hohen Förderung hierzulande fast immer ausverkauft war, haben es die meisten Unternehmen versäumt, rechtzeitig ihre Kosten zu senken. Sie haben kaum neue Märkte ins Visier genommen und sich nicht auf die starke Konkurrenz aus Asien eingestellt. Kurz: Die deutschen Solarunternehmen sind zu teuer, zu langsam und zu einfallslos geworden.

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