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Sportwagenbauer Wie Matthias Müller die Marke Porsche aufpolieren will

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Immer wieder durfte der gelernte Werkzeugbauer und studierte Informatiker – Spezialgebiet: Systemanalyse – aber auch selbst Hand anlegen und die Dinge aktiv vorantreiben. So fädelte er zusammen mit Technikvorstand Ulrich Hackenberg und Ex-Vertriebsvorstand Detlef Wittig 2009 die VW-Beteiligung an dem japanischen Kleinwagenhersteller Suzuki ein. Seit einem Volontariat beim Miti, dem legendenumwobenen Ministerium für Internationalen Handel und Industrie, in den frühen Neunzigerjahren hat Müller erstklassige Kontakte nach Japan.

Gern hätte der Ingenieur früher schon die Verantwortung für das operative Geschäft eine der Konzernmarken übernommen, beispielsweise für Seat. Doch statt seiner wurde dann der Brite James Muir zum Aufräumen nach Barcelona geschickt. Müller, der sich bereits auf diese Aufgabe vorbereitet hatte, galt im März 2009 in Wolfsburg noch als unabkömmlich. Umso überraschter war der Winterkorn-Vertraute, als ihm der Konzernchef im Mai dieses Jahres plötzlich erklärte, dass er im Rahmen eines größeren markenübergreifenden Revirements als neuer Porsche-Chef vorgesehen sei: „Ich konnte es erst nicht glauben.“

Es folgte ein Besuch in Salzburg und ein einstündiges Gespräch mit Piëch. Wenige Tage später sickerte die Neuigkeit auch schon in die Öffentlichkeit und zu Porsche durch: Zwei Jahre nach der missglückten Übernahme von Volkswagen durch Porsche und dem nachfolgenden Rücktritt des damaligen Porsche-Chefs Wendelin Wiedeking würde der Sportwagenbauer schon wieder einen neuen Vorstandsvorsitzenden bekommen. Interimschef Michael Macht würde dafür als Produktionschef zu VW nach Wolfsburg wechseln.

Keine Retourkutschen

Die Personalentscheidungen, die kurze Zeit darauf offiziell wurden, haben Signalwirkung: Durch den Austausch von Spitzenmanagern bindet Volkswagen die Porsche AG noch enger an sich. Derzeit hält VW 49,9 Prozent der Anteile, die Fusion mit der Volkswagen Group ist nur noch eine Frage der Zeit.

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    Müller ist allerdings nicht gekommen, um Revanche zu nehmen für den Versuch des kleinen Sportwagenbauers, den großen Volkswagen-Konzern zu schlucken. Viel böses Blut hatte es vor zwei Jahren bei VW und speziell bei Audi gegeben, als Porsche einen Anteil von 35 Prozent an VW übernommen hatte. Damals forderten Porsche-Manager in Wolfsburg und Ingolstadt die Herausgabe von strategisch wichtigen Bauteilen und diskutierten sogar den Verkauf von Audi-Aktien.

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