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Stahlhändler Klöckner & Co. "Die Stahlkapazitäten steigen viel zu stark an"

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Grafik Klöckner & Co Quelle: Klöckner & Co, Geschäftsberichte

Sie haben sich vor Kurzem über eine Kapitalerhöhung mehr als 190 Millionen Euro an frischen Barmitteln besorgt. Was fangen Sie mit dem Geld an?

Das ist der nächste Schritt in unserer Entwicklung – zunächst haben wir frühzeitig und konsequent auf die Konjunktur- und Stahlkrise reagiert und Klöckner krisenfest gemacht. Allein im ersten Halbjahr haben wir die Verschuldung von mehr als einer halben Milliarde Euro auf praktisch null gesenkt, die Kosten deutlich abgebaut und die Finanzierung gesichert.

Wie können Sie Ihr Unternehmen krisenfest nennen, wenn Stahlriesen wie ThyssenKrupp es gerade geschafft haben, einen Sanierungsplan zu schreiben?

Wir haben unsere Hausaufgaben rechtzeitig gemacht und die notwendigen Maßnahmen konsequent eingeleitet und umgesetzt. Dazu gehörte immerhin auch der Abbau von 15 Prozent unseres Personals. Den Liquiditätszufluss, den wir nun durch die Kapitalerhöhung bekommen haben, wollen wir jetzt für weiteres Wachstum nutzen.

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    Sie haben zwischen 2006 und 2008 bereits 18 Unternehmen hinzugekauft. Wen haben Sie jetzt im Visier?

    Wir arbeiten gerade sehr intensiv an Zukäufen, und wenn alles gut geht, werden wir noch in diesem Jahr so weit sein, spätestens Anfang des nächsten Jahres, Vollzug zu melden. Wenn wir in der Vergangenheit eher kleinere Unternehmen erworben haben, so haben wir es jetzt auf mittlere und sogar größere Unternehmen mit einem Umsatz in Höhe von mehr als 500 Millionen Euro abgesehen.

    In welchen Regionen der Welt wollen Sie am stärksten wachsen?

    Wir wollen uns dort weiter stärken, wo wir bereits gut vertreten sind, das heißt in Europa und Nordamerika. Der Markt in diesen Großregionen besteht aus vielen kleinen, örtlich zum Teil fest verwurzelten Handelsunternehmen, die den Bedarf ihrer Kunden genau kennen. Dieses Know-how wollen wir uns zunutze machen, und wir setzen mit unserer Wachstumsstrategie auf den Trend der Konsolidierung der Handelsmärkte. In Zukunft werden sich größere Handelshäuser herausbilden, die mit eigener Marktmacht bessere Chancen bei den Abnehmern haben.

    Wollen Sie künftig auch mit anderen Werkstoffen handeln?

    Wir konzentrieren uns auf den Stahlhandel. Das können wir am besten, und da wollen wir wachsen. Es hat sich gezeigt, dass es kaum Synergien gibt, wenn ein Handelshaus wie wir mit anderen Produkten handelt.

    In Asien wollen Sie nicht wachsen?

    Ich will nicht ausschließen, dass wir das eines Tages auch machen, aber im Moment ist eine Expansion nach Asien nicht geplant.

    Warum? Asien und gerade China sind doch die größten Werkstoffmärkte der Welt.

    Die Handelsstrukturen sind aber dort noch sehr unterentwickelt, sodass die Gewinnmargen für Händler noch sehr gering sind. Der Stahlhandel erfolgt überwiegend über Stahlmärkte mit vielen kleinen Händlern, die in etwa strukturiert sind wie zum Beispiel Gemüsemärkte, also extrem kleinteilig. Das ist nichts für uns, da wir neben der Lagerhaltung auch Materialbearbeitung für den Kunden als Dienstleistung anbieten. Das heißt, der Kunde bekommt die Werkstücke von uns so geliefert, wie er sie braucht. Diese Art der Anarbeitung, wie wir es nennen, die eben auch zu höheren Margen führt, ist in Ländern wie China zumindest bislang eher unüblich.

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