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Steve Jobs nimmt Auszeit Krankheit von Apple-Chef lässt Aktienkurs abstürzen

Steve Jobs ist wieder krank. Und diesmal offenbar so schwer, dass sich der Apple-Chef komplett aus dem Tagesgeschäft zurückziehen muss. Das kündigte der Manager in einer E-Mail an die Mitarbeiter an. Nun fragt sich die Branche, wie es mit Apple weitergeht.

Steve Jobs muss als Apple-Chef erheblich kürzertreten. Quelle: Reuters

HB NEW YORK. Apple-Chef Steve Jobs muss wieder wegen Krankheit erneut kürzertreten. Der Verwaltungsrat habe ihm erlaubt, eine gesundheitsbedingte Auszeit zu nehmen, ließ Jobs am Montag in einer E-Mail an die Mitarbeiter mitteilen. Er werde aber Konzernchef bleiben und an wichtigen strategischen Entscheidungen beteiligt sein. Jobs nannte keine konkreten Gründe oder einen erwarteten Zeitraum für seine Abwesenheit.

Die Apple-Aktie gab in Frankfurt nach der Ankündigung knapp acht Prozent nach. An den US-Börsen wurde wegen eines Feiertags nicht gehandelt.

Jobs wandte sich in seinem Schreiben an sein "Team". "Ich liebe Apple so sehr und hoffe, so bald wie ich kann wieder zurückzukehren", hieß es darin. "In der Zwischenzeit sind meine Familie und ich dankbar dafür, wenn unsere Privatsphäre respektiert wird." Apple wird wie kaum ein anderes Unternehmen mit seinem Vorstandschef identifiziert. Jobs, einer der Gründer des Konzerns, krempelte den einst reinen Computerhersteller zu einem breit aufgestellten Elektronikkonzern um und brachte den Musikspieler iPod, das Multimedia-Handy iPhone und den Tablet-Computer iPad auf den Markt. Alle drei wurden zu Verkaufsschlagern und machten aus Apple endgültig eine Kultmarke.

Der Manager gilt als zentrale treibende Kraft hinter diesen Erfolgen. Deshalb wird seine Gesundheit besonders aufmerksam beobachtet. Spekulationen und Gerüchte über den Gesundheitszustand sind häufig und haben sich auch wiederholt auf den Aktienkurs von Apple ausgewirkt.

Die operative Führung soll jetzt erneut der Manager Tim Cook übernehmen, kündigte Jobs weiter an. "Ich habe sehr großes Vertrauen, dass Tim und der Rest des Teams unsere Pläne für 2011 hervorragend umsetzen werden", schrieb Jobs.

Jobs war in den vergangenen Jahren bereits zweimal ernsthaft krank. Im Juli 2004 musste er sich einer Operation unterziehen, bei der ein Tumor an seiner Bauchspeicheldrüse entfernt wurde. Schon damals führte Cook die Geschäfte während seiner Auszeit.

Im Januar 2009 äußerte sich Jobs in einem offenen Brief über seinen Gesundheitszustand, um seine Abwesenheit bei der Computermesse Macworld zu erklären. Demnach leide er an einer Hormonerkrankung, die für seinen Gewichtsverlust verantwortlich sei. Später im Januar kündigte Jobs an, sich krankheitsbedingt bis Ende Juni 2009 aus dem Tagesgeschäft von Apple zurückzuziehen.

Im Juni 2009 wurde dann bekannt, dass sich Steve Jobs einer Lebertransplantation im Methodist University Hospital in Memphis, Tennessee, unterzogen hatte. Sein Comeback feierte Jobs bei der Apple-Präsentation im YBCA Theater in San Francisco am 9. September 2009. Die Abwesenheit von Jobs kommt, während Apple mehrere wichtige Ankündigungen bevorstehen. So wird für die nächsten Wochen oder Monate eine zweite Generation des Tablet-Computers iPad erwartet. Außerdem wurde für demnächst die Ankündigung einer neuen iPad-Zeitung aus dem Haus von Medien-Mogul Rupert Murdoch erwartet.

Laut bisherigen Medienberichten wurde damit gerechnet, dass Murdoch und Jobs "The Daily" gemeinsam in San Francisco vorstellen. Als Termin war bereits der 19. Januar kolportiert worden - später hieß es jedoch, die Präsentation müsse um einige Wochen verschoben werden, angeblich, weil noch an der Software gearbeitet werde.

Apple machte die Ankündigung an einem US-Feiertag, dem Martin Luther King Day, so dass es keine Reaktion an der New Yorker Börse geben konnte. Im Frankfurter Handel sackte das Papier umgehend um knapp sieben Prozent auf 242 Euro ab. Bei den vorherigen Krankheitsfällen von Jobs ging die Aktie zunächst auf Tauchgang. 2009 konnte Cook die Anleger allerdings mit einem stabilen Geschäftsverlauf überzeugen, so dass der Kurs schon vor Jobs' Rückkehr wieder nach oben ging.

Kritisiert wurde in der Vergangenheit auch die Informationspolitik von Apple. So wurden die Gesundheitsprobleme 2004 erst nach der Operation mitgeteilt. Auch die Auszeit ab Januar 2009 wurde erst angekündigt, nachdem bereits monatelang über seinen Gewichtsverlust spekuliert worden war.

Die Nachrichten von der Lebertransplantation sickerte zunächst in Medienberichten durch. Anleger monierten, die Gesundheit von Jobs sei angesichts seiner herausragenden Bedeutung für die Firma ein börsenrelevantes Thema.

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