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Strategiewechsel Lufthansa setzt auf Billigflieger Germanwings

Die Fluglinie will ihre Billigtochter Germanwings stärken, um den Vormarsch von Easyjet und Ryanair in Deutschland zu stoppen. Für höhere Marktanteile könnte das Unternehmen geringere Gewinne in Kauf nehmen.

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Germanwings-Flugzeug Quelle: AP

Für ihren Billigflieger Germanwings hatte die Deutsche Lufthansa bisher immer gute Worte übrig – aber nur selten viel Geld.

So musste die Tochter ihr Wachstum und den Kampf gegen andere Discounter wie Air Berlin und Easyjet weitgehend alleine stemmen – und konnte zuletzt nur bescheiden zulegen.

Das dürfte sich bald ändern. Die Lufthansa denkt darüber nach, Germanwings stärker zu unterstützen, damit die Tochter künftig genauso schnell wachsen kann wie die Billigmarktführer Ryanair und Easyjet. „Weiteres Wachstum ist eine sehr reale Option“, sagt Stefan Lauer, der im Konzernvorstand der Lufthansa für Germanwings und ein halbes Dutzend weiterer Fluglinien neben der Hauptmarke Lufthansa verantwortlich ist, wie Austrian Airlines oder Swiss.

Firmenkunden wandern zur Konkurrenz ab

Der Strategieschwenk kommt nicht ganz freiwillig. Weil die Lufthansa-Billigtochter sich zurückhielt, blieb sie zwar immer profitabel. „Germanwings wird wohl auch in diesem Jahr Gewinn machen“, lobt Lauer. Doch viele Firmenkunden der Lufthansa, die wegen der Wirtschaftskrise auf Billigflieger umsteigen, wandern zu Air Berlin, Ryanair oder Easyjet ab. Die drei konnten zuletzt bis zu knapp 20 Prozent mehr Passagiere verbuchen, während die Lufthansa-Gruppe in Deutschland Kunden verlor.

Billig boomt (zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)

Den Trend will die Lufthansa stoppen. Darum möchte sie, so Lauer, „den Airline-Verbund so aufstellen, dass wir Marktanteile hinzugewinnen können und nicht abgeben müssen“. Dabei entdeckt sie neben dem finanziellen auch den strategischen Wert von Germanwings. „Mit ihr haben wir die Stellung der Lufthansa-Gruppe in Städten abseits unserer Drehkreuze Frankfurt und München abgesichert. Denn gerade da sind wir verwundbarer gegenüber Billigfliegern“, sagt Lauer. „Da sehe ich für Germanwings gute Potenziale.“

Jetblue soll expandieren

Weitergehende Pläne hat Lauer auch für den US-Billigflieger Jetblue, an dem die Lufthansa knapp 16 Prozent hält. Bisher bieten die beiden Linien ab dem New Yorker Flughafen John F. Kennedy Gemeinschaftsverbindungen unter einer gemeinsamen Flugnummer an. Das kann sich Lauer künftig auch an anderen Airports wie Orlando in Florida vorstellen. Von dort bedient Jetblue vor allem Orte in der Karibik, die die Lufthansa im Augenblick nicht anfliegt.

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