Studie In Aufsichtsräten mangelt es an Frauen und Ausländern

In deutschen Aufsichtsräten sitzen zu wenige unabhängige Fachleute, Frauen und Ausländer - so das Ergebnis einer Studie. Am besten schnitten dabei noch Siemens und die Deutsche Bank ab. RWE ist eines der Schlusslichter.

In den Aufsichtsräten der DAX-Konzerne liegt die Frauenquote bei 14,4 Prozent, der Anteil der Ausländer bei 12,6 Prozent. Quelle: ap

DüsseldorfIn den Aufsichtsräten der deutschen Dax-Konzerne sitzen laut einer Studie immer noch zu wenige unabhängige Fachleute, Frauen und Ausländer. Außerdem gebe es dort zu viele ehemalige Vorstandschefs und Mitglieder mit mehreren Mandaten - so lautet das Ergebnis einer Studie der Hochschule für Oekonomie & Management (FOM) am Standort Essen, die die „Wirtschaftswoche“ in Auftrag gegeben hat.

Die bestbesetzten Kontrollgremien haben demnach Siemens, SAP, die Commerzbank, die Deutsche Post und die Deutsche Bank. Schlusslichter sind RWE, Deutsche Lufthansa, HeidelbergCement und Infineon. In 18 der 30 Dax-Unternehmen sitzen ehemalige Vorstandsmitglieder im Aufsichtsrat, in 16 haben sie sogar den Vorsitz inne. Mehr als 100 der Vertreter der Kapitalseite (von insgesamt 454 Aufsichtsräten) kommen auf fünf oder mehr Mandate in Kontrollgremien.

Die Frauenquote liegt der Untersuchung zufolge nur bei 14,4 Prozent, der Anteil der Ausländer - also Branchenexperten aus anderen Ländern oder Arbeitnehmervertreter ohne deutschen Pass - bei 12,6 Prozent. „Vor dem Hintergrund des hohen Internationalisierungsgrades deutscher Unternehmen und der vielen ausländischen Arbeitnehmer ist der Ausländeranteil viel zu gering“, heißt es in der Studie, die sich auf das Geschäftsjahr 2010 bezieht.

In die Aufsichtsräte entsendet die sogenannte Kapitalseite, zu der auch Vertreter der Eigentümer zählen können, die Hälfte der Mitglieder, die andere Hälfte stellen Arbeitnehmervertreter, also Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre.

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