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Studio Hamburg-Chef "Privatisierung erwogen"

Der Chef von Studio Hamburg, Martin Willich, spricht über die Zukunft des TV-Produzenten, den Sparkurs der Sender und warum eine Fernsehserie erst in der dritten Staffel Gewinn abwirft.

Studio Hamburg-Chef Martin Willich

WirtschaftsWoche: Die Werbeeinnahmen der Fernsehsender sinken, sie müssen sparen. Erhalten TV-Produzenten wie Studio Hamburg überhaupt noch Aufträge für Filme?

Willich: Ich glaube, dass Firmen, die eine gewisse Größe haben, gut durch diese Krise kommen können, wenn sie interessante Stoffe, gute Serien haben. Da sind kreative Ansätze gefordert. Die von uns produzierte ARD-Serie „Rote Rosen“ etwa läuft sehr erfolgreich. Und erfolgreiche Serien werden nicht abgesetzt.

Was heißt das für Sie in Zahlen?

Wir werden in diesem Jahr als Gruppe etwa 270 bis 280 Millionen Euro Umsatz machen, 2008 lagen wir bei circa 280 Millionen. Das operative Ergebnis betrug 2008 knapp fünf Millionen Euro. Das haben wir uns für 2009 auch vorgenommen. Ob wir das ganz erreichen, weiß ich nicht, da die Sender an großen TV-Shows sparen, und das spürt unsere Ateliersparte.

Kleine Produktionsgesellschaften trifft die Krise härter. Steht die Branche vor einer Konsolidierung?

Die Krise wird zu einem Konzentrationsprozess führen, trotzdem werden wir am Ende noch eine breit aufgestellte Branchenstruktur haben. Es gibt die drei Großen: Ufa, Studio Hamburg und Bavaria, zwei Handvoll mittlere Unternehmen und ein paar Hundert Kleinbetriebe. Von diesen Kleinbetrieben wird ein nicht unerheblicher Teil die Hände hochnehmen und aufgeben.

Wird Studio Hamburg im Gegenzug expandieren?

Ja, wir werden uns deutsche Unternehmen anschauen, keine ausländischen, denn Fernsehen ist ein nationaler Markt.

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