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Tata Nano Billigstes Auto der Welt eingeführt

Der indische Großkonzern hat sein lange erwartetes Billigauto Tata Nano offiziell vorgestellt. Doch bei der Produktion gibt es zahlreiche Schwierigkeiten, die ersten 100 000 Wagen müssen daher verlost werden.

Tata Nano Quelle: REUTERS

Der indische Autobauer Tata Motors hat mit dem Kleinwagen Nano das billigste Auto der Welt vorgestellt. Die feierliche Präsentation des rund 1460 Euro teuren Fahrzeugs, das eine neue Ära am unteren Ende des weltweiten Automarkts einleiten soll, kann jedoch viele gravierenden Probleme nicht überdecken. Die Markteinführung war ursprünglich bereits für vergangenen Oktober vorgesehen.

Doch wegen Protesten gegen eine Fabrik startet das Miniauto mit erheblicher Verspätung und die Produktionskapazität ist deutlich geringer als geplant. Analysten glauben deshalb nicht, dass der mit den Teilen zahlreicher deutscher Zulieferer gebaute Billigwagen dem Autobauer aus der Krise helfen kann.

Tata Nano macht frühestens in fünf Jahren Gewinne

Firmenchef Ratan Tata erklärte am Montag, der anvisierte Preis von 100.000 Rupien (1460 Euro) sei für die ersten 100.000 Nanos garantiert. Am Mittwoch kommender Woche werde der Tata Nano zu den Händlern kommen, teilte Tata Motors mit. Vorbestellungen für den Wagen würden vom 9. April an angenommen. Da die Nachfrage vorraussichtlich das Angebot übertrifft, sollen Sie den Kunden in Indien per Verlosung zugeteilt und ab Juli ausgeliefert werden.

Marktforscher schätzen, dass der Nano für 14 Millionen indische Familien finanzierbar sein dürfte.

In rund drei Jahren will Tata mit einem Nachfolgermodell des Nano auch in die Automärkte in den USA und Europa erobern. Analysten gehen davon aus, dass der Konzern den Preis schnell anheben wird und mit dem Nano frühestens in fünf Jahren die Gewinnschwelle erreicht.

„Der Nano wird ein neues Segment schaffen, das die Kluft zwischen Motorrädern und Einsteiger-Autos schließt“, sagte Analyst Mohit Arora. „Es ist das erste Auto seiner Art.“

Konkurrenz für VW Beetle, BMW Mini und Fiat 500

Der indische Nano ist mit einem 624-Kubikzentimeter-Motor im Heck des Wagens ausgestattet, der nach Werksangaben etwas mehr als vier Liter Benzin auf 100 Kilometer verbraucht und das Auto auf bis zu 105 Kilometer pro Stunde beschleunigt.

Das 3,10 Meter lange Fahrzeug verfügt nur über einen Scheibenwischer, hat weder Klimaanlage noch Extras wie elektrische Fensterheber, es gibt aber zwei teurere Varianten des Wagens.

In Indien arbeiten Renault und Nissan in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Bajaj ebenfalls an einem rund 1850 Dollar teuren Fahrzeug, das 2011 auf den Markt kommen soll. Auch andere Hersteller wollen mit Billig-Autos vor allem auf den rasant wachsenden Märkten der Schwellenländer mitmischen.

Durch die Monate langen Verspätungen hat Tata jedoch viel Vorsprung gegenüber seinen Konkurrenten eingebüßt. Hauptgrund waren gewalttätige Proteste der Bevölkerung gegen ein geplantes Nano-Werk im indischen Singur, dessen Bau Tata letztlich aufgab.

Proteste gegen Tata-Fabrik

Nach anfänglichem Jubel über einen industriepolitisch wichtigen Schritt kam es zu den Protesten, als die Regierung 400 Hektar Land für das Werk beanspruchte. Einige Bauern waren mit den angebotenen Entschädigungszahlungen für ihr Land nicht zufrieden. Der Konflikt zeigt die Kluft zwischen Industrie und Landwirtschaft in Indien, wo zwei Drittel der Menschen von Ackerbau und Viehzucht leben.

Der Verkaufsstart des Nano verzögerte sich deswegen um sechs Monate. Bis zur Fertigstellung der Fabrik in etwa einem Jahr kann daher auch nur eine begrenzte Anzahl Nanos produziert werden.

Derzeit nutzt Tata eine Fabrik im nordindischen Bundesstaat Uttarakhand. Das Nano-Werk im westindischen Bundesstaat Gujarat soll 2010 mit einer Jahreskapazität von 350 000 Autos die Arbeit aufnehmen.

So wird der Konzern im ersten Jahr voraussichtlich nur rund 50.000 Fahrzeuge ausliefern und damit deutlich weniger als die ursprünglich angepeilten 250.000. Außerdem fürchten Analysten, dass viele Inder angesichts der Finanzkrise den erstmaligen Kauf eines Autos aufschieben werden.

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