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TGV Mit Hochgeschwindigkeit ins Abseits

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Der TGV auf der Oststrecke in Quelle: dpa

Dass sein Paradestück wirtschaftlich in den Keller fährt, hat Pepy Versäumnissen der Politik zu verdanken. Indem die Regierung den Tempo-300-Flitzer jahrelang zum Nationalheiligtum erhob, vernachlässigte sie den Nahverkehr vor allem im Großraum Paris und die klassischen Strecken. Der Nachholbedarf ist immens, aber kaum finanzierbar. Da nach Ansicht von Experten jährlich 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro an staatlichen Mitteln für den Eisenbahnverkehr fehlen, Sarkozy aber aus Prestigegründen auf keine Strecke verzichten will, muss der TGV als dauerhafte Geldquelle herhalten. Dabei ist ein Drittel der TGV-Verbindungen gar nicht rentabel. Pepy würde sie am liebsten einstellen.

Doppelt unter Druck

Der SNCF-Chef gerät gleich von zwei Seiten unter Druck. Während er höhere Trassenpreise bezahlen muss, werben ihm Billigflieger Kunden ab. Airlines wie Easyjet bieten die Verbindung Paris–Nizza, die in Konkurrenz zur TGV-Strecke Paris–Marseille steht, schon ab 30 Euro an. Die One-Way-Zugfahrt kostet 51 Euro. Auch Air France-KLM verfolgt eine aggressive Preisstrategie, um dem TGV Geschäft wegzunehmen. Die Folgen sind unübersehbar. Im ersten Halbjahr 2011 nahm der Inlandsflugverkehr in Frankreich um fast zehn Prozent zu, während der TGV nur ein Plus von 4,5 Prozent verzeichnete.

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