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Traditionsunternehmen "Schiesser muss sich selbst aus dem Schlamassel ziehen“

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Verkauf erst später

Der Insolvenzverwalter des Quelle: dpa

Wie lange wird die Sanierung dauern?

Wenn wir Schiesser in der Insolvenz so richten können, dass es auch unter Insolvenzverwaltung profitabel arbeitet, dann werden wir Mittel und Wege finden, Investoren hereinzuholen. Falls nicht, können wir auch den Insolvenzplan fortsetzen. Wenn mich die Gläubigerversammlung dazu berechtigt, kann ich als Insolvenzverwalter das Unternehmen beliebig lange fortführen. Wir wollen deshalb so spät in Verkauf gehen, weil sich der Mehrwert, den ein saniertes Unternehmen dann hat, auch im Preis widerspiegelt. Das ist dann auch für die Gläubiger interessant, denn das Warten muss sich für sie lohnen.

Das Schweizer Familienkonglomerat Hesta hält Schiesser weiterhin die Treue?

Ja, Hesta hält weiterhin 100 Prozent an Schiesser. Im Aufsichtsrat sitzen nur Schweizer, und das Verhältnis ist gut. Die haben viel Geld investiert und Schiessers Expansionspolitik mitgetragen. Das waren Gesellschafter, die das Beste wollten. Sie haben das Unternehmen nicht ausgeblutet, sondern Geld eingeschossen.

Image als Stolperstein

Wo sehen Sie die größten Stolpersteine auf dem Weg zur Sanierung?

Schiesser wird noch immer mit Doppel-Feinripp in Verbindung gebracht, obwohl der nur fünf Prozent des Umsatzes ausmacht. Im breiten Publikum ist noch immer verankert, dass Schiesser altmodisch ist. Trotz bester modischer Produkte wird es schwierig werden, dieses Image loszuwerden.

Ob das Geld für eine groß angelegte Werbekampagne vorhanden ist, weiß ich noch nicht. Da muss Schiesser eventuell mit externen Investoren sprechen. Aber seit der Aufgabe der Lizenzfertigung ist das Unternehmen gut aufstellt. Schiesser hat schicke Produkte und ein breites Angebot, auch im modischen Bereich. Bei Wäschehändlern würde sicherlich etwas fehlen, wenn Schiesser nicht mehr in den Regalen wäre.

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