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TUI Chinesen müssen Frenzels Kopf retten

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Aktien-Info TUI

Grund für die Malaise sind nicht börsennotierte Konkurrenten wie Alltours, Schauinsland und FTI, die sich mit einstelligen Millionengewinnen zufriedengeben und mit ihren günstigen Angeboten TUI die Preise kaputtmachen. Frenzel lässt nun durch eine Beratung ausloten, ob es sinnvoll ist, einen der Konkurrenten zu kaufen, um den Markt zu konsolidieren.

Doch ganz einfach wird es dem ausgefuchsten Portfolio-Spezialisten nicht fallen, das Geld aus dem Verkauf von Hapag-Lloyd in den Tourismus zu stecken, sei es ins China-Geschäft oder in den Kauf eines Wettbewerbers. In dieser Frage erwartet Frenzel wieder einmal einer der vielen Showdowns, wie er sie in seinen 17 Jahren an der TUI-Spitze schon mehrfach erlebte. Denn was mit dem Milliardensegen passieren soll, sehen Aktionäre, Geschäftspartner und Arbeitnehmervertreter höchst unterschiedlich. So wird der norwegische Investor John Fredriksen, der 18 Prozent an TUI hält, auf eine hohe Sonderdividende pochen, da die Abspaltung von Hapag-Lloyd stets eine seiner Hauptforderungen war, die nun erfüllt wird.

Großaktionäre wie der Russe Alexej Mordaschow, der 21 Prozent an TUI besitzt, sowie die spanische Hoteliersgruppe RIU (fünf Prozent) werden über ihre Vertreter im Aufsichtsrat auf den Ausbau des Tourismusgeschäfts in ihrer Heimat hinwirken. Arbeitnehmervertreter wünschen sich Investitionen in Vertrieb und den Ausbau der Touristik, etwa den Rückkauf von Anteilen an TUI Travel. Die Konzernmutter in Hannover hält 55,5 Prozent an der Tochter in England, in der alle Pauschalreiseaktivitäten zusammenlaufen.

Der Ausgang ist ungewiss. „Vermutlich wird es Frenzel so machen wie immer“, sagt Experte Born. „Er wird sie alle ein wenig bedienen.“ Der Löwenanteil werde wohl in das Tourismusgeschäft investiert.

Ein glückliches Händchen bewies Frenzel immerhin jüngst beim Ausbau der Luxusmarke Airtours und der Wellnessmarke Sensimar. Beide Projekte haben den Markttest bestanden. Die Sensimar-Ressorts etwa in Spanien, Griechenland und der Türkei mit Strandnähe, gutem Essen und viel Ruhe werden ausgebaut. Die Auslastung ist überdurchschnittlich hoch.

Auch das ehrgeizige Bauprojekt in der Toskana macht Fortschritte. TUI kaufte 2007 das Dorf Castelfalfi zwischen Florenz und Pisa, um es bis Ende 2013 mit Appartements, Restaurants und Golfplätzen auszubauen. Wenn Frenzel im März 2014 seinen Hut nimmt, winkt ihm zuvor dort noch ein ganz großer Auftritt — die Einweihung eines Stücks eingehegter Toskana, wie der Wellnessreisende aus Deutschland sich sein Italien ausmalt. 

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