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Unilever-Deutschland-Chef Brouwers "Ende der gnadenlosen Preiskämpfe"

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Grafik: Umsatzanteile der weltgrößten Konsumgüterhersteller in aufstrebenden Märkten wie Asien, Afrika oder Osteuropa

Welche Ideen bieten Sie denn dem Handel, um seine Marge aufzumöbeln?

Wir wollen echten Mehrwert bieten, also zielgruppenspezifische Maßnahmen.

Geht es etwas konkreter?

Die Rewe verkauft beispielsweise in ihren Supermärkten und toom-Warenhäusern seit ein paar Wochen exklusiv Lipton-Heißtees. Lipton ist eine der größten Marken von Unilever und die größte Teemarke der Welt. Aber in Deutschland sind wir nur mit Eistee etabliert, nicht mit Heißtee, also mit Teebeuteln. Dabei setzen wir alleine mit Lipton-Heißtees weltweit rund zwei Milliarden Euro um. Rewe bietet seinen Kunden nun diese Marke als Heißtee an, ein Produkt, das es vorerst bei den Wettbewerbern nicht gibt und daher auch nicht direkt im Preiswettbewerb steht. Das ist für beide Seiten eine gute Sache.

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    Allerdings stehen bei Rewe und Toom schon zig andere Heißtees im Regal. Was soll da eine Sorte mehr bringen?

    Wir haben festgestellt, dass aufgrund der hohen Kunden-Übereinstimmung von Lipton-Heißtee und Rewe und des beidseitigen Engagements beim Thema Nachhaltigkeit Unilever und Rewe sehr gute Partner sind.

    Unilever hat vor wenigen Tagen neue Eckpfeiler in der Nachhaltigkeitsstrategie des Konzerns eingeschlagen. Wie sehen die aus?

    Wir haben uns drei wichtige Ziele bis 2020 gesteckt: Wir wollen die Lebensqualität von mehr als einer Milliarde Menschen mit unseren Produkten verbessern. Daneben will Unilever die Umweltbelastung aller Produkte um die Hälfte senken und sicherstellen, dass in zehn Jahren 100 Prozent der Rohstoffe aus nachhaltiger Landwirtschaft stammen, also etwa zertifiziertes Palmöl, weltweit keine Eier aus Käfighaltung und natürlich nachhaltig produziertes Obst und Gemüse, Kakao, Tee oder Rapsöl. Ich kenne kein anderes Unternehmen, das sich neben dem Wachstum auch zur Halbierung der Umweltbelastung bekennt.

    Und wie soll die Lebensqualität von einer Milliarde Menschen verbessert werden?

    Ein Beispiel. Hygiene ist in vielen Regionen ein unbekanntes Thema. Wir haben in indischen Dörfern insgesamt 45.000 Frauen rekrutiert, denen wir ein Grundwissen in Sachen Hygiene vermitteln, damit sie dieses weitergeben können. Und sie bekommen unsere antibakteriellen Seifen, die sie dann an rund drei Millionen Haushalte weiterverkaufen. Gleichzeitig verdoppeln die Frauen ihr Haushaltseinkommen, und die Zahlen der Durchfallerkrankungen, eine der häufigsten Todesursachen dort, fallen dramatisch.

    Also kein uneigennütziges Weltverbesserertum, sondern schnöder Mammon.

    Brouwer: Nachhaltigkeit muss Soziales und Ökonomisches verbinden, sonst funktioniert es nicht. Natürlich wollen wir damit auch unsere Absatzmärkte vergrößern, Produkte verkaufen und Erlöse verbessern. Wir verbessern durch einen reduzierten Energieverbrauch, minimierte Verpackungen und weniger Abfälle auch unsere Kosten. Wir sind 2009 in Deutschland in eine neue Zentrale gezogen: Das Gebäude verbraucht 70 Prozent weniger Energie als die alte Zentrale. 

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