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Unternehmens-Boykott Wikileaks-Unterstützer schlagen zurück

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Besonders empfindlich trifft die Unternehmen hingegen die „Operation Payback“. So haben Wikileaks-Unterstützer die Website von Mastercard lahmgelegt. Sowohl der internationale Webauftritt mastercard.com als auch die deutsche Website des Unternehmens waren am Mittwoch zunächst nicht mehr erreichbar. Mastercard hat am Dienstag die Überweisung von Spenden an Wikileaks gestoppt.

Die Angriffe erfolgen über so genannte Denial-of-Service-Attacken (DoS-Attacken), dabei werden die Seiten so oft automatisiert aufgerufen, dass die Server unter der Last zusammen brechen.

Nachdem Wikileaks immer wieder mit DoS-Angriffen attackiert wurde, schlagen dessen Unterstützer nun mit den gleichen Waffen zurück. Auch Internetseiten von PayPal und der Schweizer Bank Postfinance wurden angegriffen. Die Website von Postfinance war in den vergangenen Tagen oft nicht erreichbar.   

Die Attacken werden unter anderem von der „Anonymous“-Bewegung und dem Internetportal 4Chan koordiniert, die 2008 mit Protestaktionen gegen die Organisation Scientology Schlagzeilen machte.

Twitter und Facebook gehen gegen Wikileaks-Unterstützer vor

Und nun haben auch Twitter und Facebook Maßnahmen gegen die Wikileaks-Unterstützer unternommen. Es gab zwar Diskussionen darüber, ob Twitter zensiert, da Wikileaks nicht in der Liste der meistdiskutieren Begriffe auftachte, doch ansonsten ist der Kurznachrichtendiebst der wihtigste Kommunikationskanal von Wikileaks.    

Der Account der „Anonymous“- Gruppe wurde jedoch in der Nacht zum Donnerstag von Twitter gesperrt. Eine Begründung dafür nannte der Dienst zunächst nicht. Wie die britische BBC unterBerufung auf Kreise berichtete, habe die letzte gelistete Kurznachricht vor der Sperrung einen Link auf eine Datei enthalten, die Kundeninformationen von Kreditkartenbesitzern beinhaltet habe.  

Auch die Facebook-Seite von "Wikileaks Operation Payback" wurde entfernt.

An anderer Stelle hat Wikileaks einen Teilsieg errungen: Die französische Regierung ist vorerst mit ihrem Vorhaben gescheitert, die Enthüllungsplattform Wikileaks vom Server einer französischen Firma zu verbannen. Das betroffene Unternehmen OVH hatte zwei Gerichte mit einer juristischen Klärung der Sachlage beauftragt. Beide Gerichte entschieden nun, dass sie mehr Zeit zur Untersuchung der technisch anspruchsvollen Angelegenheit benötigten.

Zuvor hatte Industrieminister Eric Besson eine Behörde damit beauftragt zu prüfen, wie verhindert werden könne, dass Wikileaks in Frankreich online bereitgestellt wird. Wikileaks wird seit vergangener Woche unter anderem von einem Server der französischen Firma betrieben.

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