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Unternehmenssoftware Moderne Zeiten bei SAP

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Um die ging es denn auch vorrangig auf der gestrigen Pressekonferenz zur Eröffnung der Sapphire. Dabei konnten die beiden SAP-Chefs ebenfalls mit einigen Neuerungen aufwarten – mit nur kleinen zwar, aber für ein eher konservatives Unternehmen wie SAP dennoch recht augenfälligen: So findet die diesjährige Kundenmesse Sapphire erstmals zeitgleich in den USA in Orlando/Florida sowie in Frankfurt statt. Um beidseitig des Atlantiks mit Spitzenpersonal aufwarten zu können, hat sich die Doppelspitze aufgeteilt: McDermott ist nach Orlando gegangen, Hagemann Snabe nach Frankfurt.

Und noch mal gibt sich das neue Führungsduo einen neuen Anstrich: Auf die beinahe SAP-typischen Powerpoint-Folien mit vielen kryptischen Drei-Buchstaben-Abkürzungen verzichten die beiden komplett. Stattdessen sitzen sie jeweils allein auf der Bühne und sind via Satellit zusammengeschaltet – man ist schließlich bei einem der weltweit führenden IT-Unternehmen. McDermott und Hagemann Snabe beweisen einmal mehr, dass sie ein eingespieltes Team sind, sie kooperieren gut und ergänzen sich. So funktioniert das Experiment der transatlantischen Pressekonferenz vergleichsweise reibungslos, trotz der ein bis zwei Sekunden Pflichtpause vor jeder Antwort, die nötig wird, um die technische Verzögerung bei der Videoübertragung zu überbrücken.

Verzicht auf Powerpoint-Folien

Viele harte Ankündigungen haben die beiden zwar nicht parat. Aber sie verteidigen mit Verve ihren jüngsten Coup: „Wir wollen, dass irgendwann eine Milliarde Nutzer mit SAP-Software arbeiten“, so McDermott. Ein wichtiger Schritt, um dieses Ziel zu erreichen, sei der Kauf von Sybase, weil SAP und Sybase nur wenig überlappende Kundengruppen hätten. „Bei dem Deal geht es vor allem um die Ausweitung des SAP-Ökosystems.“ Und Hagemann Snabe ergänzt: „Wir machen Übernahmen nicht, um Marktanteile dazu zu kaufen. Sondern um das Unternehmen SAP voran zu bringen.“

Damit will Hagemann Snabe dem Eindruck entgegentreten, SAP würde nun blind die Strategie des Erzrivalen Oracle kopieren, der in den vergangenen Jahren mehr als 60 Firmen für über 40 Milliarden Dollar geschluckt hat. Das betont er auch noch einmal in kleiner Runde bei der gestrigen Abendveranstaltung. Gleichzeitig antwortet er auf die Frage, dass SAP nach Analystenschätzungen einen Finanzrahmen von rund Milliarden Euro habe und dieser durch den jüngsten Kauf ja nur zur Hälfte aufgebraucht sei, vieldeutig: „Wir müssen erst mal Sybase integrieren – aber man weiß ja nie, wer um die Ecke kommt.“ Zumindest mal ein offenes Hintertürchen für weitere Übernahmen, die nicht wenige Experten jetzt bei SAP erwarten.

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