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Urheberrecht Schauprozess gegen die Cyberpiraten

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Pirat bekennt Flagge Quelle: tpbtrialimages.blogspot.com

The Pirate Bay ist der MPAA seit langem ein Dorn im Auge. Über die Website The Pirate Bay bieten die Cyberpiraten nach Angaben des Branchenverbandes der Musikindustrie, International Federation of Phonographic Industry, über 1,6 Millionen Filme, Lieder und OpenSourceSoftware an. Eine Angabe, wie viel urheberrechtlich geschütztes Material darin enthalten ist, gibt es allerdings nicht. Nach eigenen Angaben erreicht The Pirate Bay über 22 Millionen Nutzer und ist in 34 Sprachen verfügbar. Die Statistiker des Internets von Alexa platzieren The Pirate Bay auf Rang 108 von allen erfassten Webseiten.Das Herunterladen der Dateien ist kostenlos, ebenso wie das Benutzen des Pirate Bay Servers. Einnahmen erzielte die Internetplattform durch Werbung, nach Angaben der Staatsanwaltschaft rund 120.000 Euro.

Verständliche Wörter für komplizierte Technik

Zum endgültigen Transfer von Filmen oder Musikdateien kommt es durch das BitTorrent Protokoll. Das Wort BitTorrent ist geschickt gewählt: Ein "bit" ist die kleinste digitale Dateneinheit, "torrente" steht im italienischen für "Sturzbach", beschreibt also große Wassermassen, die sich schnell und weitläufig ausbreiten. Ähnlich funktioniert diese "BitFlut". Sie verbreitet große Mengen von Daten besonders schnell und weitläufig.

Dabei werden die Inhalte nicht als Ganzes angeboten, sondern in mehreren Häppchen. Sobald ein Nutzer Teile eines Films oder einer beliebigen anderen Datei auf seiner Festplatte hat, gibt die bei ihm installierte Software die Datei auch für den Zugriff anderer Mitglieder frei. Somit werden die Dateien weiter verbreitet, während der Nutzer sie noch herunterlädt.Auf den Rechnern von The Pirate Bay liegen keine Songs oder Filme, das Piratenprogamm weiß nur welcher Nutzer welche Dateiteile auf seiner Festplatte hat und stellt die Verbindungen her. Diese technischen Besonderheiten sind auch das entscheidende Verteidigungsargument der Piraten.

Die Falschen gefangen und angeklagt

Denn mit den Dateien selbst hat The Pirate Bay also ungefähr soviel zu tun wieder Tower eines Flughafen mit dem Catering an Bord eines Flugzeuges: Das Catering ist komplett Angelegenheit des Caterers, der Tower sorgt nur dafür, dass die Flugzeuge ihr Ziel erreichen. Anders gefragt: Würde man den Tower verklagen, wenn man an Bord eines Flugzeuges schlechtes Essen serviert bekommt?„Wir sind die falschen Angeklagten“, ließ daher Pirate-Bay-Gründer Neij seinen Anwalt erklären. „Der einzelne Anwender unserer Börse hat die Verantwortung für die Einhaltung des Copyrights.“ Denn man schaffe ja nur die technische Möglichkeit zur Verbindung zwischen Computern, auf denen das Material gelagert werde. Anwalt Jonas Nilsson meinte weiter: „Kein einziges urheberrechtlich geschütztes Dokument ist je durch die Server von Pirate Bay gegangen.“

Doch an die eigentlichen Nutzer des Dienstes kommt man kaum heran. Daher machen sie sich sogar einen Spaß daraus und outen sich im Internet selber. Unter dem Motto "So sieht ein krimineller aus" stellten sie bereits 2500 Fotos ins Netz.

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