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Verbleib bei GM Die Vorteile des geplatzten Opel-Deals

Opel hat bessere Chancen unter GM als unter Magna und der russischen Sberbank. Denn die wieder erstarkte US-Konzernmutter braucht die Marke mit dem Blitz mehr als früher. Und der deutsche Steuerzahler könnte davon profitieren.

Wolken über dem Hauptquartier Quelle: REUTERS

„Wir wollen kein Anhängsel sein“, sagte Opels oberster Betriebsrat Klaus Franz bei einer Demonstration in Rüsselsheim, „das von Detroit aus durchregiert wird“. Warum eigentlich nicht? Hätte der bekannteste deutsche Arbeiterführer am vorigen Donnerstag die bisher schlechten Erfahrungen mit der US-Konzernmutter nicht einfach nur in die Zukunft verlängert, wäre er vielleicht zu einem anderen Ergebnis gekommen. 

Ist der politische Lärm um den blitzkriegartigen Beschluss des GM-Verwaltungsrats in der Nacht auf den vorigen Mittwoch erst einmal verraucht, könnte sich bald zeigen: Unterm Strich dürfte die deutsche Traditionsmarke mit General Motors (GM) auf Dauer besser fahren, als mit einem Mehrheitsaktionärsgespann aus dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna und der staatlichen russischen Sberbank. Und auch der deutsche Steuerzahler steht  voraussichtlich besser da:

GM ist nicht mehr der hoffnungslos überschuldete Konzern, der er vor der Insolvenz war. Im Konkursverfahren hat der Konzern seine Schulden von 54 Milliarden auf 17 Milliarden Dollar gedrückt. Verwaltungsratschef Edward Whitacre will den wieder erstarkten Konzern auf Wachstumskurs trimmen.Opel und GM sind technologisch eng verwoben. Sie nutzen teilweise die gleichen Fahrzeugplattformen, etwa für das Oberklasse-Modell Insignia. Eine Trennung hätte zu langwierigen Streitigkeiten um Patente und Technologieklau führen können. Zusammen können GM und Opel dagegen Synergien nutzen.Opel wäre unter Magna mit maximal 1,6 Millionen verkauften Autos im Jahr 2014 deutlich zu klein, um im Massenmarkt Fahrzeuge mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten zu können. Mit GM wäre das möglich, denn zusammen kommen die Autobauer schon heute auf über acht Millionen Fahrzeuge.

GM ist der verlässlichere Partner als das Konstrukt, bei dem Magna, die russische Sberbank, GM und die Mitarbeiter mit einem Anteil von zehn Prozent das Sagen hätten. Magna hat als Autobauer kaum Erfahrung und Russland wollte technologisches Know-how abziehen.GM will nur Staatsbürgschaften in Höhe von drei Milliarden Euro. Sollte GM Wort halten könnte der deutsche Steuerzahler profitieren.Magna wollte 10 560 Jobs in Europa streichen, GM spricht nun von rund 10 000 Stellen, die wegfallen sollen. Der von den Gewerkschaften behauptete Job-Kahlschlag ist bislang nicht zu erkennen. Da sich GM am Magna-Plan orientieren will, könnten die deutschen Standorte sogar vergleichsweise glimpflich davonkommen.

Was die überraschende Wende für Opel, die Politik und den Steuerzahler bedeutet, warum Opel zur Perle im GM-Konzern werden kann und welche Perspektiven die Traditionsmarke hat, lesen Sie in der Titelgeschichte „Blitz-Krieg – Warum GM gut für Opel ist – und für uns Stuerzahler“ in WirtschaftsWoche 46/2009. Sie ist ab Montag, dem 09. November 2009 im Zeitschriftenhandel erhältlich. Abonnenten erhalten die WirtschaftsWoche bereits am Samstag.

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