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Verkehr Konkurrenten der Deutschen Bahn holen auf

Die Wettbewerber der Deutschen Bahn setzen Konzernchef Rüdiger Grube massiv zu.

Trotz Wirtschaftskrise steigerten sie im Schienengüterverkehr ihren Marktanteil 2010 erstmals über die Marke von 25 Prozent – gemessen in transportierten Tonnenkilometern. Das ist ein Anstieg von vier Prozentpunkten gegenüber 2008.

Auch im Schienenpersonennahverkehr trägt die Liberalisierung des Eisenbahnmarktes Früchte: Wettbewerber wie Veolia, Keolis, Benex und Netinera (früher: Arriva Deutschland) erreichen, gemessen in Personenkilometern, 12,5 Prozent. 2008 lag der Marktanteil bei rund zehn Prozent – so das Ergebnis des Wettbewerbsberichts, den die Verbände Mofair und Netzwerk Privatbahnen in dieser Woche vorstellen.

Trotz der Erfolge sieht der Bericht Nachholbedarf im Fernverkehr. Dort besitzt die Deutsche Bahn noch einen Marktanteil von 99 Prozent. Die Wettbewerbsvertreter kritisieren vor allem die Folgen der Marktmacht: Die Deutsche Bahn habe sich stark aus der Fläche zurückgezogen. Zwischen 1999 und 2010 sei die Zahl der Fernverkehrshalte außerhalb des Kernnetzes um 48 Prozent gesunken.

13 Städte wie Krefeld, Heilbronn, Bremerhaven, Salzgitter und Gera haben ihre Fernverkehrsverbindung ganz eingebüßt. Selbst Großstädte entlang der Kernstrecken beklagen sich über den Rückgang der Fernverkehrshalte: Magdeburg verlor 62 Prozent der ICE- und Intercity-Halte, Regensburg 55, Darmstadt 36, Bonn/Siegburg 35 und Dresden 33 Prozent. Regionen wie der Schwarzwald, die Eifel oder Mecklenburg-Vorpommern werden von Fernverkehrszügen nicht mehr angefahren oder sehen, so der Bericht, höchstens ein paar „Alibi-Züge“.

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