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Vermisster Karl-Erivan Haub Zermatter Rettungschef: „Wir suchen weiter“

Die Familie von Karl-Erivan Haub sieht keine Chance mehr, den Tengelmann-Chef noch lebendig zu finden. Doch die Suche nach dem Verschollenen läuft weiter, erklärt der Zermatter Rettungschef Anjan Truffer dem Handelsblatt.

„Herr Haub könnte praktisch überall sein.“ Quelle: Reuters

ZürichSeit fast einer Woche suchen Retter aus Zermatt am Matterhorn nach Karl-Erivan Haub. Nun haben seine Angehörigen die Hoffnung aufgegeben, den Vermissten noch lebend zu finden. Anjan Truffer ist der Rettungschef von Zermatt. Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt er, was die Ankündigung für die Arbeit der Bergretter bedeutet. 

Herr Truffer, die Familie von Karl-Erivan Haub rechnet nicht mehr damit, dass er noch lebt. Was bedeutet das für Ihre Arbeit?
Wir reden jetzt nicht mehr von einer so genannten Rettungs-, sondern von einer Bergungssuche.

Was heißt das konkret?
Wir stehen jetzt weniger unter Zeitdruck. In den vergangenen Tagen waren wir etwa bei Sturm und schwierigen Verhältnissen unterwegs. Wenn es darum geht, einen Verstorbenen zu suchen, gehen wir weniger Risiken ein.

Herr Haub wurde zum letzten Mal an der Bergstation des Kleinen Matterhorns gesehen. Wo suchen Sie nach ihm?
Das Suchgebiet ist sehr groß. Herr Haub könnte praktisch überall sein. Wir haben aus der Luft alles mehrfach abgesucht. Jetzt nehmen wir mit kleineren Teams bestimmte Stellen nochmal genauer unter die Lupe. Auch die Air Zermatt bleibt weiter im Einsatz. So kommen wir besser in bestimmte Gebiete. Die Helikopter helfen uns auch dort, wo es schweres Material braucht, um in die Spalten zu gehen.

Sie sind seit einer Woche auf der Suche nach dem Vermissten. Wie stehen die Chancen, ihn zu finden?
In den vergangenen 150 Jahren sind am Matterhorn etwa 40 Menschen verschollen. Es ist also durchaus möglich, dass man eine Person gar nicht mehr findet. Aber wir hoffen natürlich, dass wir fündig werden.

Wie sind die Bedingungen am Matterhorn derzeit?
Im Moment ist das Wetter gut. Heute war ein Tag, an dem man gut arbeiten konnte.

Das heißt, Sie gehen morgen wieder raus?
Ja, natürlich. Wir suchen weiter.

Herr Truffer, ich danke für das Gespräch.

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