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2020 mit hohem Gewinn Allianz übertrifft Prognosen – Corona kostet 1,3 Milliarden Euro

Das überraschend starke Gesamtjahresergebnis hievt Allianz auch an die Dax-Spitze. Die Aktien des Versicherers gewinnen vorbörslich rund ein Prozent. Quelle: dpa

Die Allianz hat die Gewinnerwartzungen der Analysten überraschend übertroffen und will im neuen Jahr an die Ergebnisse vor der Corona-Pandemie anknüpfen. Das überraschend starke Ergebnis hievt Allianz an die Dax-Spitze.

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Die Allianz ist in der Corona-Pandemie mit einem blauen Auge davongekommen und sieht im laufenden Jahr schon wieder gute Chancen auf einen Rekordgewinn. Mit einem Endspurt übertraf der Münchner Versicherungsriese die Gewinnerwartungen der Analysten: Der operative Gewinn fiel um neun Prozent auf 10,8 Milliarden Euro, wie die Allianz am Freitag mitteilte. Analysten hatten ihr dagegen im Schnitt nur 10,4 Milliarden zugetraut. Die Folgen der Pandemie haben den Versicherer insgesamt 1,3 Milliarden Euro gekostet, im vierten Quartal kamen keine Belastungen mehr hinzu. „Bereinigt um die negativen Auswirkungen von Covid-19 lag unser operatives Ergebnis über den Rekordwerten des Vorjahres“, sagte Finanzvorstand Giulio Terzariol.

Für das laufende Jahr stellt Vorstandschef Oliver Bäte ein operatives Ergebnis von rund zwölf Milliarden Euro in Aussicht. Das wäre etwas mehr als im Rekordjahr 2019 (11,9 Milliarden). Allerdings gibt er eine Schwankungsbreite von einer Milliarde nach oben und unten an, die doppelt so groß ist wie bei der Allianz üblich.

Die Aktionäre sollen für 2020 wie angekündigt eine stabile Dividende von 9,60 Euro bekommen, obwohl der Nettogewinn nach Anteilen Dritter um 14 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro schrumpfte. Zwar warnt die EU-Versicherungsaufsicht EIOPA angesichts der Spätfolgen der Pandemie weiter vor großzügigen Ausschüttungen. Doch hatte die deutsche Finanzaufsicht BaFin selbst auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle nichts gegen die Dividende. Die Solvency-II-Kapitalquote der Allianz war zum Jahresende mit 207 (Ende 2019: 212) Prozent fast stabil. Einen neuen Aktienrückkauf kündigte sie aber nicht an.

Am stärksten zu spüren bekam der Versicherungskonzern die Krise in der Schaden- und Unfallversicherung, deren operativer Gewinn 2020 um 13 Prozent schrumpfte, die aber immer noch den größten Ergebnisbeitrag leistete. Der Ausfall von Großveranstaltungen, Hotel- und Restaurantschließungen, weniger Reisen und Ausfälle von Lieferantenkrediten schlugen ins Kontor. Die Schaden-Kosten-Quote verschlechterte sich auf 96,3 (2019: 95,5) Prozent. Für das Jahr 2021 fordert Terzariol „deutliche Fortschritte in Richtung (...) 93 Prozent“.

In der Lebens- und Krankenversicherung litt das Neugeschäft, dessen Wert wegen der Beschränkungen des öffentlichen Lebens um 500 Millionen auf 1,7 Milliarden Euro einbrach. Daher schrumpfte der Umsatz der Allianz auf vergleichbarer Basis um 1,8 Prozent auf 140,5 Milliarden Euro. Seit Jahresende gehe es aber mit dem Absatz von Leben- und Kranken-Policen wieder aufwärts, sagte der Finanzvorstand.

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Die Vermögensverwaltungs-Sparte konnte den Gewinn um 5,5 Prozent steigern. Der Boom an den Kapitalmärkten und Zuflüsse von fast 33 Milliarden Euro ließen bei Pimco und Allianz Global Investors das für Dritte verwaltete Vermögen um 26 Milliarden auf 1,71 Billionen Euro steigen, obwohl der schwache Dollar das US-lastige Geschäft bremste.

Mehr zum Thema: Deutschlands Versicherungsprimus streitet mit Gastronomen um Lockdown-Ausfälle und zeigt gleichzeitig gesellschaftliches Engagement. Rechnen muss sich beides.

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