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Jahrestagung Schäuble will Ansteckung der Banken und Versicherer verhindern

Der Finanzminister macht sich Sorgen um die Folgen der Schuldenkrise für die Finanzinstitute. Die Versicherer sehen sich vergleichsweise gut gegen die Krise gerüstet.

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnt. Quelle: dapd

Berlin Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat davor gewarnt, dass sich die Schuldenkrise nicht auf die Banken und die Versicherer übertragen darf. "Wir müssen Ansteckungseffekte abwehren", sagte Schäuble auf dem Versicherertag des Branchenverbandes GDV in Berlin. Es gebe Anzeichen, dass die Schuldenkrise nicht nur die Banken, sondern auch die Versicherer treffen könne.

Schäuble verwies auf Untersuchungen der Bafin, wonach das Engagement in EU-Anleihen nicht zu vernachlässigen sei. Außerdem seien bis zu 55 Prozent der Kapitalanlage bei den Banken investiert. "Diese Verflechtungen müssen wir im Auge behalten", sagte Schäuble.

Der Präsident des Versichererverbandes GDV, Rolf-Peter Hoenen, sieht die Versicherer vergleichsweise gut aufgestellt. "Es wird ja oft von einem Dominoeffekt gesprochen", sagte Hoenen. "In diesem Dominospiel wären Versicherer sicher nicht vorne in den ersten Reihen beim Umfallen." Falls aber wirklich alle Steine umfallen würden und nirgendwo die Kette unterbrochen werde, dann gelte natürlich auch für die Versicherer das Sprichwort: "Wenn der Himmel einstürzt, dann sind alle Spatzen tot."

Der EU-Kommissar Michel Barnier deutete an, dass es künftig im Aufsichtsrecht Änderungen bei der Bewertung von Staatsanleihen geben könnte. "Das ist eine sehr wichtige Frage, sie richtet sich sowohl an die Banken als auch an die Versicherer." Bisher sieht weder das Aufsichtsrecht für die Banken (Basel III) noch für die Versicherer (Solvency II) vor, dass die Finanzkonzerne für Staatsanleihen Kapital vorhalten, da Staatsanleihen bisher als risikofrei galten.

Konkrete Änderungsvorschläge oder einen Zeitplan nannte Barnier nicht. "Wir werden in den nächsten Monaten an diesem Projekt arbeiten", sagte der EU-Politiker. Wichtig sei, dass man Lösungen auf internationaler Ebene über die EU hinaus finde.

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