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Ottonova-Chef Rittweger "Versichert Euch lieber privat, solange es noch geht“

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Intensiver Austausch mit den Versicherten

In vielen Fällen müssen Ottonova-Versicherte sich vor einer Behandlung die Zusage einholen, dass Sie die Kosten übernehmen. Misstrauen Sie Ihren Kunden?
Natürlich nicht. Aber unsere Idee ist schon, dass wir im intensiven Austausch mit den Versicherten stehen. Das mag bei einem digitalen Versicherer überraschen, ist aber Kernbestandteil unseres Ansatzes. Nur so können wir Patienten zum Beispiel darauf hinweisen, wenn wir für eine bestimmte Behandlung den besten Experten kennen oder eine Kooperation haben, die zu niedrigeren Behandlungskosten führt. Wir legen auch einen starken Akzent auf Vorsorge, weil wir auch dadurch an langfristig niedrigere Ausgaben glauben. So übernehmen wir zum Beispiel die Ausgaben für zwei professionelle Zahnreinigungen im Jahr. Wenn man je nach Tarif seine 80 oder 90 Prozent zurückbekommen will, muss man einmal im Jahr zur Zahnreinigung gehen – und daran erinnern wir auch. Wer nicht wenigstens ein Mal im Jahr zur professionellen Zahnreinigung geht, bekommt von Ausgaben für Zahnersatz nur 60 Prozent ersetzt. Solche Anreize sind ganz typisch für unser Angebot. Bei Heil- und Hilfsmitteln werden wir Versicherten, die eine besonders hochwertige Luxus-Variante wünschen, auch manchmal sagen: Ok, die kannst Du bekommen, aber dann musst Du 20 Prozent selbst übernehmen.

Die Zwei-Klassen-Gesellschaft in der PKV
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Auch ein Selbstbehalt ist bei Ottonova Pflicht. Warum?
Auch hier gilt: Der Versicherte soll sich schon kostenbewusst verhalten, im Interesse der Versichertengemeinschaft. Der Selbstbehalt liegt mindestens bei 500 Euro, ist aber prozentual gestaltet. Konkret heißt das, dass Versicherte von den ersten 5000 Euro an Ausgaben zehn Prozent selbst tragen müssen. Das ist viel sinnvoller, als die ersten 500 Euro voll vom Versicherten übernehmen zu lassen. Schließlich würde ihn das abschrecken, sodass er vielleicht sinnvolle Vorsorgeuntersuchungen dann bleiben ließe. Genau das wollen wir ja nicht.

Sie starten mit wenigen Kunden, sodass einzelne sehr teure Behandlungen ein Problem sein könnten. Wie lösen Sie dies?
Zu Beginn greifen wir auf eine Rückversicherung zurück, die von der Gen Re kommt, deren Wurzeln auf die Kölnische Rückversicherung zurückgehen. Die springt aber wirklich nur als Rückversicherung für uns bei besonders teuren Behandlungen ein, der Kunde merkt davon nichts. Alles darunter können wir selbst tragen. Und wenn Ottonova länger am Markt ist und mehr Kunden hat, ist die Rückversicherung dann irgendwann nicht mehr nötig.

Wie wollen Sie mehr Kunden gewinnen?
Bei unserer Vollversicherung fahren wir unser Marketing über die nächsten zwei Jahre hoch. Ende des Jahres starten wir das Angebot an Zusatzversicherungen, die dann zum Beispiel auch von gesetzlich Krankenversicherten abgeschlossen werden können. Erst wird es eine Zahnzusatzpolice, dann eine stationäre Police, also für Krankenhausaufenthalte, geben. Das wird uns für einen noch größeren Kundenkreis interessant machen. Ein Beamtentarif wird im nächsten Jahr kommen.

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