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Rückversicherung Munich Re-Chef gibt sich nachdenklich

Die Munich Re legt für das erste Halbjahr erfreuliche Zahlen vor. Doch die wacklige Weltkonjunktur und die niedrigen Zinsen bereiten Vorstandschef Nikolaus von Bomhard Sorgen.

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Ein Logo der Munich Re Quelle: dpa

Der Gewinn der Munich Re während der ersten sechs Monate des laufenden Jahres bereitet Nikolaus von Bomhard durchaus Freude. Dennoch schlägt der Vorstandsvorsitzende des weltgrößten Rückversicherers nachdenkliche Töne an. Die Eurokrise verschärfe sich eher noch, so von Bomhard heute bei der Vorlage der Halbjahreszahlen. "In den USA fehlen echte Wachstumsimpulse", ergänzt der Munich-Re-Chef, "und auch in den Schwellenländern sehen wir die hohen Wachstumsraten der Vergangenheit nicht mehr."

Positiv wirkt sich für Munich Re die deutlich geringere Zahl an Naturkatastrophen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus. Bei 1,6 Milliarden lag der Gewinn des Rückversicherers zwischen Januar und Juni. Das ist deutlich mehr als die Hälfte der für das Gesamtjahr angestrebten Zielmarke von 2,5 Milliarden Euro. Von Bomhard rechnet denn auch damit, den angestrebten Jahresgewinn leicht zu übertreffen, der konservative Ansatz des Rückversicherers zahle sich aus. Dennoch mahnt er zu Vorsicht. "Wir wollen auf alle Szenarien vorbereitet sein", so von Bomhard. Man spiele derzeit alles durch; auch eine Fiskalunion, sagt der Vorstandschef mit Blick auf die Eurokrise.

Staatsanleihen für Munich Re kein Problem

Eine der großen Herausforderungen der Munich Re sind die niedrigen Zinsen. Die Rendite auf die Kapitalanlagen könne darum "nicht optimal" sein, sagt von Bomhard. Tatsächlich sank die Rendite auf die laufenden Kapitalerträge im ersten Halbjahr des Jahres auf 3,6 Prozent nach 4,2 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das Kapitalanlageergebnis lag zwischen Januar und Juni bei 3,8 Prozent. Das werde über das Gesamtjahr gerechnet weniger sein, glaubt von Bomhard. In den vergangenen Monaten hat die Munich Re bei den  Kapitalanlagen diversifiziert. So halten die Münchner so gut wie keine Staatsanleihen aus südeuropäischen Krisenländern mehr. In Zukunft wollen die Münchner stärker in Infrastruktur und erneuerbare Energien investieren.

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    Details zum Umbau der Tochter Ergo


    Torsten Oletzky, Vorstandsvorsitzender der Ergo-Versicherungsgruppe. Die Munich Re-Tochter Ergo baut 1350 Stellen ab. Quelle: dpa

    Schwierig entwickelt sich das Geschäft mit Lebensversicherungen der Munich-Re-Tochter Ergo. Man bewege sich in einem "unsicheren Umfeld", so Ergo-Chef Thorsten Oletzky. "Die Menschen sind vorsichtiger bei langfristigen Kapitalanlagen." Um 19,3 Prozent sanken die Beiträge in den ersten sechs Monaten, in Deutschland sogar um 20,8 Prozent.

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      Oletzky konkretisierte den Umbau des Erstversicherers Ergo. Das Unternehmen wird im laufenden Jahr eine Rückstellung für die Umstrukturierung bilden. Eine Zahl wollte Oletzky indes nicht nennen. In den Verhandlungen mit dem Betriebsrat gehe es nun um Instrumente wie Vorruhestand. Insgesamt sollen bei Ergo bis zu 1350 Stellen wegfallen. Insgesamt will der Versicherer 164 Millionen einsparen.

      Fujitsu streicht 400 Jobs
      Fujitsu Der japanische Elektronikkonzern Fujitsu will einem Zeitungsbericht zufolge in Deutschland 400 bis 500 Arbeitsplätze abbauen. Eine endgültige Entscheidung solle nach Verhandlungen mit den Beschäftigten fallen, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei". Insgesamt beschäftigt der Konzern hierzulande 12.000 Menschen. Die Stellenstreichungen beträfen hauptsächlich Entwicklung und Informationstechnik. Bereits am Dienstag hatte der Konzern bekanntgegeben, in Großbritannien 1800 Jobs zu streichen. Das entspricht 18 Prozent der Belegschaft dort. Insidern zufolge könnte sich Fujitsu künftig auf IT-Dienstleistungen konzentrieren. Mit dem weltgrößten Computer-Hersteller Lenovo verhandelt das Unternehmen offenbar über einen Verkauf des PC-Geschäfts von Fujitsu. Quelle: REUTERS
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      DAK Gesundheit Quelle: dpa
      EnBWDer Energieversorger baut weiter Stellen ab: Die Energie Baden-Württemberg werde sich aus dem Strom- und Gasvertrieb an Großkunden der Industrie zurückziehen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Davon seien 400 Beschäftigte betroffen, denen ein Aufhebungsvertrag oder ein alternativer Arbeitsplatz im Konzern angeboten werde. Auch im Privatkundengeschäft, der Energieerzeugung und der Verwaltung steht demnach Stellenabbau bevor, der noch nicht beziffert wurde. In den vergangenen zwei Jahren waren bereits rund 1650 Stellen weggefallen. Quelle: dpa
      Intel Quelle: REUTERS
      Nokia Quelle: dpa
      Der IT-Konzern IBM plant in Deutschland offenbar einen massiven Stellenabbau Quelle: dpa

      Mit Blick auf die Verschärfung der Eurokrise mahnt von Bomhard zu Vorsicht. "Extreme Aussagen sind nicht hilfreich", hält der Munich-Re-Chef den Politikern vor, denn es gehe jetzt vor allem um Vertrauensbildung.

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