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Über 700 Millionen Euro Schaden Hochwasser kostet Allianz mehr als erwartet

Die Allianz ist nach einem starken zweiten Quartal für das Gesamtjahr etwas zuversichtlicher. Das verheerende Hochwasser in Deutschland kam Europas größter Versicherer allerdings teurer zu stehen, als erwartet.

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Diese Versicherer senken Überschussbeteiligungen
R+VDie Kunden der deutschen Lebensversicherer müssen sich auch im kommenden Jahr auf sinkende Renditen gefasst machen. Die R+V Leben senkt ihre Überschussbeteiligung auf 3,4 von 3,6 Prozent, wie der Versicherer der Volks- und Raiffeisenbanken mitteilte. Die R+V, die Nummer vier auf dem Markt, ist der erste große deutsche Lebensversicherer, der seine Verzinsung für 2014 festgelegt hat. In diesem Jahr hatte die R+V Leben im Marktdurchschnitt gelegen. Quelle: Presse
Neben einer Standmitteilung für eine Lebensversicherung liegen mehrere Euromünzen und Euroscheine Quelle: dpa
Hinter der nackten Frauenskulptur "Aurora" von Arno Breker im Ehrenhof in Düsseldorf ist die Zentrale der Ergo-Versicherung zu sehen Quelle: dpa
Der Schriftzug des Versicherungskonzerns Allianz AG Quelle: dapd
Die Alte Leipziger gehörte zu den ersten Unternehmen, die eine Senkung der Beteiligung für 2013 angekündigt haben. Für die Kunden gibt es 2013 nur noch 3,35 Prozent - das entspricht einem Minus 0,5 Prozentpunkten. Quelle: Presse
Auch die zur Ergo gehörende Victoriaversicherung dampfte die Beteiligungen für 2013 ein: Um 0,5 Prozentpunkte gigg es runter auf drei Prozent. Quelle: Presse
Bei der kleinen DEVK bekamen die Kunden nach der Absenkung für 2013 prozentual noch am meisten ausbezahlt: Die Versicherung kürzte die laufende Verzinsung nur um 0,1 Prozentpunkte auf vier Prozent. Quelle: Presse

Das Hochwasser in Deutschland und den angrenzenden Ländern hat bei den Kunden von Europas größtem Versicherer Allianz mehr als 700 Millionen Euro an Schäden verursacht. "Gut 50.000 Kunden haben uns bisher Schäden gemeldet, von denen wir bereits 32.000 reguliert haben", sagte Finanzvorstand Dieter Wemmer am Freitag in München bei der Vorlage der Quartalszahlen.

300 Mitarbeiter seien im Juni in die Flutgebiete geschickt worden, um dort zu helfen. Die auf rund 730 Millionen Euro geschätzten Leistungen an die Versicherten übertreffen die erste Schätzung der Allianz von Mitte Juni deutlich. Damals war sie von mehr als 500 Millionen ausgegangen. Branchenweit schätzt die Münchener Rück den versicherten Schaden auf gut drei Milliarden Euro.

Bei der Allianz selbst bleibt aber sogar weniger hängen als damals gedacht. 329 Millionen Euro statt der veranschlagten 350 Millionen muss der Münchener Versicherer selbst tragen, den Rest decken Rückversicherer ab.

Insgesamt schlugen Naturkatastrophen im zweiten Quartal mit 550 Millionen Euro zu Buche - ein Jahr zuvor waren es nur 174 Millionen. Trotzdem sank die Schadenquote im Sachversicherungsgeschäft der Allianz auf 67,3 von 69,4 Prozent. Neben dem Hochwasser schlugen Stürme in Deutschland und der Schweiz mit 152 Millionen Euro zu Buche und eine Springflut in Calgary in Kanada mit 40 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr wird die Allianz optimistischer. Vorstandschef Michael Diekmann bekräftigte am Freitag, der Versicherer peile weiter ein operatives Ergebnis von 8,7 bis 9,7 Milliarden Euro an. Im Moment spreche sogar vieles dafür, dass der Konzern "eher am oberen Ende der Spanne" herauskomme. Das erste Halbjahr sei sehr erfolgreich gewesen. "Trotz Rekordhochwasser in Mitteleuropa, anhaltend niedriger Zinsen und unbeständiger Kapitalmärkte ist unser Geschäft profitabel gewachsen."

Lebensversicherungsgeschäft unter Druck

Die 10 größten Versicherer Europas
AllianzDie Allianz verfügt in Deutschland über die bekannteste Marke im Versicherungssektor. 2010 hat die Gruppe weltweit 5,2 Milliarden Euro verdient und Einnahmen von mehr als 100 Milliarden Euro erzielt. Neben dem Versicherungsgeschäft ist das Management großer Vermögen das zweite Standbein des Konzerns geworden. Mit Pimco besitzt die Allianz den am stärksten beachteten Anleihenmanager. Quelle: Handelsblatt Quelle: dapd
AxaDer größte französische Versicherer konkurriert mit der Allianz um die Marktführerschaft in Europa. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Einnahmen auf 91 Milliarden Euro. Der Gewinn sank um ein Viertel auf 2,75 Milliarden Euro, weil Sanierungsarbeiten nach der Finanzkrise das Ergebnis belasteten. Quelle: Reuters
GeneraliDer Marktführer in Italien ist traditionell stark im Geschäft mit Altersvorsorgeprodukten. 2010 flossen rund 73 Milliarden Euro in die Kassen, 1,7 Milliarden Euro verblieben als Gewinn. Quelle: dpa/dpaweb
AvivaDie britische Gruppe konzentriert sich in Europa neben dem Heimatmarkt auf weitere sieben Märkte: Frankreich, Spanien, Italien, Polen, Irland, die Türkei und Russland. Die Einnahmen beliefen sich 2010 auf mehr als 50 Milliarden Euro. Rund zwei Milliarden Euro verdiente der Konzern. Quelle: Reuters
Zurich FinancialLängst ist der Versicherer über die Schweiz hinaus gewachsen. International ist die in Dollar bilanzierende Gruppe ein direkter Konkurrent von Allianz und Axa. 2010 flossen umgerechnet 49 Milliarden Euro in das Unternehmen, über zwei Milliarden Euro betrug der Gewinn unter dem Strich. Quelle: Reuters
Munich REDer weltgrößte Rückversicherer hat zwei Standbeine: Das Geschäft mit anderen Versicherern sowie das Privatkundengeschäft, das vor allem über die Tochter Ergo läuft. Mehr als 45 Milliarden Euro an Prämien flossen 2010 in die Kasse, dabei verblieb ein Gewinn von rund 2,4 Milliarden Euro. Quelle: dpa
CNP AssurancesDer Versicherer ist in Frankreich führend im Verkauf von Lebensversicherungen. 33 Milliarden Euro an Prämien fließen im Jahr hinein, eine Milliarde Euro Gewinn zieht der Konzern daraus. Quelle: Screenshot

Im zweiten Quartal stieg das operative Ergebnis um fünf Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Der Überschuss legte sogar um 27 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zu und damit deutlich stärker als von Analysten erwartet. Am Markt kam das gut an: Schon vorbörslich kletterte die Allianz-Aktie um 0,9 Prozent und war damit stärkster Dax-Wert.

Experten trauen der Allianz schon länger zu, im Gesamtjahr ein Ergebnis von 9,7 Milliarden Euro einzufahren. Das wäre nochmal ein Schlag mehr als im sehr guten Jahr 2012. Vor allem die Vermögensverwaltung erweist sich als Stütze, sie liefert um die beiden Marken Pimco und Allianz Global Investors seit Jahren verlässliche Gewinne ab und bügelt etwa die Schwächen im Lebensversicherungsgeschäft aus.

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Im abgelaufenen Quartal konnte die Vermögensverwaltung das operative Ergebnis dank höherer Gebühren und niedrigerer Kosten um satte 40 Prozent auf 804 Millionen Euro steigern. Allerdings schwächten sich die Nettomittelzuflüsse deutlich ab: Sie lagen nur noch bei 6,9 Milliarden Euro - nach 18,6 Milliarden vor einem Jahr und 42,6 Milliarden im traditionell sehr starken Auftaktquartal.

Dagegen bleibt das Lebensversicherungsgeschäft wegen der Zinsflaute und der strengeren Regulierung unter Druck. Hier sank das Ergebnis um 18 Prozent auf 669 Millionen Euro. Die Allianz steuert zwar mit neuen Produkten ohne lebenslange Zinsgarantien gegen, um sich Entlastung zu verschaffen, da klassische Anlagen wie Staatsanleihen immer weniger abwerfen.

Doch diese neuen Produkte wurden erst im Juli gestartet, ihr Erfolg ist noch nicht absehbar.

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