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Versicherer Ergo hat Glück im Unglück

Der Skandal um einen Bordellbesuch in Budapest belastet die Bilanz weniger als befürchtet. Der Versicherungskonzern Ergo kann mit 2011 zufrieden sein.

Ergo-Chef Torsten Oletzky Quelle: dapd

Schlimmer hätte es für den Ergo-Chef Torsten Oletzky im vergangenen Jahr kaum kommen können. Die Versicherungsgruppe stolperte von einem Skandal in den nächsten. Den Düsseldorfern erging es wie Christian Wulff, dem Bundespräsidenten a.D.

Nach dem ersten Skandal rund um Budapester Bordellvergnügen einiger Ergo-Policenverkäufer poppte dank eifriger Recherchen ein Management-Fehler wie falsch kalkulierte Riester-Renten nach dem anderen auf, bis es am Schluss nur noch um Nickligkeiten ging. Aber der Ruf war ruiniert. Zum Gespött wurde dann auch noch die just gestartete Ergo-Werbekampagne, in der der Konzern als Rächer der Kundeninteressen auftrat.

Oletzky saß alles aus - und die heute vorgelegte Bilanz für das Geschäftsjahr 2011 scheint ihm bislang Recht zu geben.

Gute Zahlen und weitere Expertise

Sowohl den Gewinn als auch die Beitragseinnahmen hielt die Tochterfirma der Munich Re mit rund 350 Millionen Euro beziehungsweise gut 20 Milliarden Euro fast stabil.
Beim Lebensversicherungsgeschäft in Deutschland sanken die Einnahmen um 3,2 Prozent auf 5,1 Milliarde Euro. Die sinkende Nachfrage nach dem Produktklassiker erleben allerdings auch skandalfreie Konkurrenten.

Im internationalen Geschäftsfeld Gesundheit stiegen die Beitragseinnahmen um 3,5 Prozent auf sechs Milliarden Euro. In Deutschland waren es 3,1 Prozent – das entspricht eher den jährlichen Prämienerhöhungen für die Kunden aus der privaten Krankenversicherung als großem Zuwachs im Neugeschäft. Anders bei den Krankenzusatzversicherungen, die Ergo gesetzlich Versicherten anbietet: 12, 6 Prozent plus.

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Auch die durch hohe Ausgaben gebeutelte Industrieversicherung legt 2011 um 8,1 Prozent zu. Das so genannte Kompositgeschäft, zu dem die Industrieversicherung gehört, nahm 3,2 Milliarden Euro ein plus 2,1 Prozent.

Nicht nur fürs Geld war 2011 also gut. Die Ergo hat nun auch eine ganze neue Expertise: Frank Roth, twitternder Kommunikatschef von Ergo direkt, tritt im Juni als Experte auf einer Fachtagung zur Onlinekommunikation auf – es geht um den Umgang mit einem Shitstorm im Internet.

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