Versicherer: Gothaer und Barmenia planen Zusammenschluss
Die Gothaer um Vorstandschef Oliver Schoeller ist weit größer als die Barmenia.
Foto: Gothaer
Die Versicherungskonzerne Gothaer und Barmenia wollen sich zusammenschließen und damit unter die größten zehn in der Branche in Deutschland aufsteigen. Geplant sei eine Fusion „auf Augenhöhe“, teilten die beiden Unternehmen am Freitag mit.
Die Gothaer ist mit Beitragseinnahmen von 4,6 Milliarden Euro allerdings weit größer als die Barmenia, bei der mehr als drei Viertel der Beitragseinnahmen von 2,8 Milliarden Euro aus der Krankenversicherung kommen.
„Die Barmenia und die Gothaer ergänzen sich perfekt“, sagte Gothaer-Vorstandschef Oliver Schoeller, der zusammen mit dem Barmenia-Chef Andreas Eurich eine Doppelspitze der künftigen Barmenia Gothaer Finanzholding AG bilden soll.
Die Gothaer, die in der Schaden- und Unfallversicherung am stärksten ist, wachse besonders mit Firmenkunden, die Barmenia im Privatkundengeschäft, sagte Eurich. Beide Unternehmen sind als Versicherungsvereine organisiert, gehören also ihren Mitgliedern. Die Mitgliedervertreter seien bereits informiert worden, nun würden die Bücher geprüft.
„Vor uns liegen intensive Monate, in denen wir gemeinsam den konkreten Fahrplan entwickeln werden“, sagte Schoeller. „Aber wir beide sind der festen Überzeugung, dass dies der Startschuss für etwas großes Neues ist.“
Zusammen liegen Barmenia und Gothaer – gemessen an den Beitragseinnahmen – knapp hinter der HUK-Coburg auf Platz zehn der größten Versicherer in Deutschland. Die Firmensitze in Köln (Gothaer) und Wuppertal (Barmenia) sollen ebenso erhalten bleiben wie die beiden Marken. Die Mitarbeiter sollen eine Beschäftigungsgarantie über drei Jahre erhalten, wie es in der Mitteilung hieß.
Die Gothaer wurde 1820 im thüringischen Gotha gegründet und ist damit einer der ältesten Versicherer. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Verbot privater Versicherungskonzerne in der sowjetischen Besatzungszone verlegte sie ihren Sitz nach Köln. Die Wurzeln der Barmenia liegen 1904 in Leipzig, 1946 zog sie nach Wuppertal-Barmen um.
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