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Versicherung mit glänzenden Zahlen Talanx wächst in Asien

Deutschlands drittgrößter Versicherungskonzern legt für das vergangene Jahr das beste Ergebnis seiner Geschichte vor. Vor allem das Auslandsgeschäft brummt. Sorge bereitet Vorstandschef Herbert Haas das Geschäft mit Lebensversicherungen.

Talanx Herbert Haas Quelle: dpa

Geht es um die geschäftlichen Aussichten für das laufende Jahr, gibt es für Herbert Haas einen klaren Schwerpunkt. „Wachstumsmotor bleibt das internationale Geschäft“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Talanx-Konzerns heute bei der Vorlage der Jahresbilanz für das vergangene Jahr. Schon 2012 entwickelte sich das Auslandsgeschäft für den Versicherer aus Hannover in vielen Bereichen überdurchschnittlich. Im Erstversicherungsgeschäft soll langfristig die Hälfte der Prämien aus dem Ausland kommen.

Vor allem im Geschäft mit Industrieversicherungen verstärkt Talanx die internationalen Aktivitäten. So hat das Unternehmen im vergangenen Jahr Niederlassungen in Singapur und Bahrain eröffnet. Insgesamt unterhält die unterhält die Talanx-Tochter HDI Gerling Industrieversicherung weltweit 38 Standorte. Die Prämieneinnahmen aus dem Ausland wuchsen in dem Segment im vergangenen Jahr um 22 Prozent, während sie im Bereich Industrieversicherung der Talanx insgesamt um knapp 14 Prozent kletterten.

Was Lebensversicherungen wirklich bringen
Interrisk: Österreicher bieten beste BeitragsrenditeDie Ratingagentur Assekurata errechnete für Interrisk eine garantierte Beitragsrendite von 1,69 Prozent - für einen Vertrag, der 25 Jahre läuft und formal einen Garantiezins von 1,75 Prozent hat. So nah ist kein anderer Versicherer am Garantiezins dran. Auch im Vorjahr war dies so. Die prognostizierte - und damit unverbindliche - Beitragsrendite beträgt 4,2 Prozent. Damit liegt Interrisk als einer von vier Anbietern noch über der Marke von vier Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Satz jedoch deutlich gesunken, und zwar von 4,57 Prozent. Die InterRisk Versicherungs-AG ist das deutsche Tochterunternehmen der östereichischen Vienna Insurance Group. Quelle: Presse
Europa: Direktversicherer hält sich im SpitzenfeldDie Europa Lebensversicherung liefert seit Jahren gute Zahlen ab. Doch auch diese sinken. Die garantierte Beitragsrendite ist mit 1,57 Prozent sogar noch ein wenig höher als im Vorjahr mit 1,53 Prozent, weil Kostenvorteile zu Buche schlagen. Bei der prognostizierten Beitragsrendite liegt Europa mit 4,53 Prozent an der Spitze des Feldes. Der Wert liegt jedoch deutlich unter den 4,95 Prozent des Vorjahres. Bei der Überschussbeteiligung hält Europa noch die Marke von vier Prozent. Das geht hervor aus einer Mitteilung des Versicherers an die Ratingagentur Assekurata. Für 2012 betrug die Überschussbeteiligung noch 4,35 und für das Jahr 2011 waren es noch 4,5 Prozent. Quelle: Screenshot
Cosmos Direkt: Niedrige Kosten - hohe RenditeDie Lebensversicherungsangebote der Cosmos Direkt profitieren vom Vertriebsweg. Es ist für Kunden günstiger, wenn sie im Internet oder am Telefon einkaufen. Die Tochter der Generali gibt diese Vorteile in den Konditionen weiter. Am besten ist dies bei der garantierten Beitragsrendite zu erkennen. Platz 3 im Ranking von Assekurata mit 1,46 Prozent. Auch hier errechnete die Ratingagentur einen leicht besseren Wert als im Vorjahr. 4,17 Prozent für die prognostizierte Beitragsrendite ist ebenfalls ein Spitzenwert in der Branche. Im Vorjahr waren es aber noch 4,57 Prozent.
Hannoversche Leben: Schon unter vier ProzentMit der garantierten Beitragsrendite von 1,35 Prozent liegt der Direktversicherer aus Hannover auf Platz 4 - und damit sehr gut. Mit der prognostizierten Beitragsrendite erreicht er Platz 5. Dieser Wert liegt jedoch unter vier Prozent (3,92 Prozent), nachdem es im Vorjahr noch 4,17 Prozent waren. Nur vier Lebensversicherer liegen bei dieser Hochrechnung noch über vier Prozent. Dies zeigt den Trend in der Branche und auch bei der Hannoverschen Leben, für die die Schauspielerin und Komikerin Anke Engelke wirbt.
WGV: Guter Garantierendite, schlechtere PrognoseDie Württembergische Gemeinde-Versicherung (WGV) bietet eine sehr gute Beitragsrendite. Mit 1,31 Prozent liegt der Versicherer auf Platz 5 in der Branche, wie Assekurata berechnete. Schlechter ist die prognostizierte Beitragsrendite mit 3,63 Prozent. Mehr als ein Dutzend Konkurrenten liegen hier besser. Wie andere Untersuchungen zeigen, liegt die WGV in der Leistungsfähigkeit für den Kunden häufig in den Top10. Quelle: Presse
Ergo Direkt: Besser als die große MutterErgo Direkt will nicht nur mit dem Thema Verständlichkeit punkten, sondern auch mit seinen Lebensversicherungsrenditen. Bei der garantierten Beitragsrendite liegt der Direktversicherer mit 1,31 zusammen mit der WGV auf Platz fünf. Auffällig ist die starke Verbesserung zum Vorjahr. Da lag dieser Wert nur bei 1,23 Prozent. Mit einer prognostizierten Rendite von 3,57 Prozent liegt Ergo Direkt allerdings nur im oberen Mittelfeld der Branche. In jedem Fall ist der Direktversicherer mit beiden Werten deutlich besser als das Vertreter-Unternehmen Ergo, die große Mutter aus Düsseldorf. Quelle: Screenshot
Asstel: Gothaer-Tochter springt in die Top10Die Asstel aus Köln-Mülheim profitiert ebenfalls davon, dass der Vertrieb eines Direktversicherers günstiger ist als bei Unternehmen, die auf Vertreter setzen. Die garantierte Beitragsrendite liegt mit 1,3 Prozent daher vergleichsweise hoch - Platz 8 bei Assekurata von 61 Versicherern. Die prognostizierte Beitragsrendite ist mit 3,8 Prozent ebenfalls vergleichsweise gut - ein Top10-Wert für die Tochter der Gothaer Versicherungen. Quelle: Presse

Auch im Rückversicherungsgeschäft sieht Talanx mit seiner Tochter Hannover Rück vor allem China und Australien als Wachstumstreiber. Dazu passt eine gerade veröffentliche Untersuchung des Rückversicherers MunichRe. Danach wird die Region Asien-Pazifik bis 2020 der wichtigste Wachstumstreiber des internationalen Versicherungsmarktes sein. Die Beitragseinnahmen in der Region würden sich bis dahin verdoppeln, so die Studie.

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Wie der Konkurrenz bereitet auch Talanx-Chef Haas das Geschäft mit Lebensversicherungen Kopfzerbrechen. Grund sind die anhaltend niedrigen Zinsen. Die Kosten in diesem Segment sollen darum sinken. Pläne für neue und flexiblere Produkte liegen in Hannover in der Schublade. „Sollte sich da ein Markt auftun, können wir die rausholen“, so Heinz-Peter Roß, im Vorstand zuständig für das Privat- und Firmenversicherungsgeschäft.

Insgesamt hat sich das Geschäft für Talanx 2012 erfreulich entwickelt. Die gebuchten Bruttoprämien kletterten um 13 Prozent auf 26,7 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis legte um mehr als ein Fünftel auf 630 Millionen Euro zu.

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