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Via Facebook Allianz-Vertreter machen Front gegen Konzernspitze

Exklusiv

Versicherungsvertreter der Allianz machen ihrem Ärger über die zunehmende Verlagerung des Versicherungsgeschäfts ins Internet und sinkende Margen in sozialen Netzwerken Luft.

Logo der Allianz-Versicherungen über dem Haupteingang der Niederlassung in Frankfurt/Main Quelle: dpa

Angesichts der zunehmenden Verlagerung des Versicherungsgeschäfts ins Internet und sinkender Margen machen Versicherungsvertreter der Allianz ihrem Ärger in sozialen Netzwerken Luft. Nach Informationen der WirtschaftsWoche haben sich bereits mehr als 630 der insgesamt rund 10.000 Allianz-Vertreter der landesweit 8300 Agenturen zu einer Facebook-Gruppe der kritischen Allianzer zusammengeschlossen. „Wir sollten mal einen auf GdL machen“, heißt es dort unter anderem in Anspielung auf die Streiks der Lokführergewerkschaft. In anderen Posts wird die angeblich zu geringe Gewinnbeteiligung für die Vertreter als „Farce“ bezeichnet.
Die Umsätze der Branche im Direktversicherungsgeschäft also online, per Telefon oder über Vergleichsportale haben sich in den vergangenen Jahren verfünffacht. Dagegen schrumpften die Umsätze über niedergelassene Vertreter um elf Prozent.


Die teils prekäre Situation vieler Agenturinhaber zeigen auch Umfragen der Allianz-Vertretervereinigung. Fast drei Viertel der deutschen Allianz-Vertreter würden ihren Kindern nicht empfehlen, ihre Agentur zu übernehmen, so eine interne Erhebung der Allianz-Vertretervereinigung vom vergangenen Jahr. Etwa einem Drittel der Vertreter, die ihren Geschäftsplan 2012 noch erfüllt haben, ist dies im Jahr darauf nicht mehr gelungen, ergibt die Umfrage unter 3600 Vertretern. 56 Prozent der befragten Vertreter verbuchten mit ihrer Agentur 2013 einen Gewinnrückgang. Rund die Hälfte der Befragten, die ihre Agentur seit zehn bis 15 Jahren betreiben, haben mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen und finanzieren den laufenden Betrieb vielfach mit Krediten.


Bei der Allianz geht man davon aus, dass man künftig mit deutlich weniger Vertretern wird auskommen können. Künftig setzt Europas größter Versicherer auf flexible, modularisierte und gleichzeitig vereinfachte Produkte, die sich der Kunde selbst im Internet schneidern kann. Eine kombinierte Familienversicherung beispielsweise soll dann auch eine private Haftpflicht-, Rechtsschutz-, Hausrat- und Gebäudeversicherung enthalten, bei der der Kunde die Schwerpunkte der Deckung individuell festgelegt werden.

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