WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Zweifelhafte Geschäfte Infinus-Skandal erreicht Ergo

Auch der Versicherungskonzern Ergo schloss dubiose Deals mit der Skandalfirma Infinus ab. Es geht um Lebensversicherungen im dreistelligen Millionenbereich.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Ergo-Firmensitz in Düsseldorf: Die Versicherungsgruppe hat mit Infinus fragwürdige Geschäfte gemacht. Quelle: dapd

Der Anlegerskandal um die Dresdner Finanzfirma Infinus erreicht die Ergo-Versicherung. Wie die digitale Tageszeitung Handelsblatt Live berichtet, haben Töchter des Düsseldorfer Versicherungskonzerns fragwürdige Lebensversicherungen mit Unternehmen aus der Infinus-Gruppe geschlossen. Damit gerät nach der Gothaer Versicherung und den österreichischen Assekuranzen Uniqa und Wiener Städtische ein weiteres Versicherungsunternehmen in den Skandal.

Die Geschäftsbeziehung zwischen Ergo und Infinus besteht demnach seit mehr als 20 Jahren. Zwischen 1990 und 2008 liefen die Deals vor allem über die Ergo-Tochter Victoria Lebensversicherung ab. Allein die Policen mit der Victoria haben einen Rückkaufswert von 150 Millionen Euro, ähnliche Policen wurden im Zeitraum von 2008 bis 2013 mit einer zweiten Ergo-Tochter, der Vorsorge Lebensversicherung Luxemburg, geschlossen. Sie belaufen sich auf 33 Millionen Euro. Für die Vermittlung der Policen überwiesen die Ergo-Töchter hohe Provisionen – und zwar zurück an Unternehmen der Infinus-Gruppe.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Laut der Staatsanwaltschaft Dresden hatten solche „gruppeninternen Geschäfte“ vor allem einen Zweck: Sie stellten einen „künstlichen Ertrag“ in den Bilanzen dar. Mit aufgeblähten Zahlen wie diesen soll die Infinus-Mutter „Future Business“ (Fubus) Zehntausende Anleger für ihre Orderschuldverschreibungen begeistert haben. Die Staatsanwaltschaft wirft zehn Infinus-Managern vor, ein Schneeballsystem betrieben zu haben. 25.000 Anleger mit einem Anlagevermögen von 400 Millionen Euro sind laut Staatsanwaltschaft betroffen. Nach dem Zusammenbruch des Firmengeflechts dürfte die Zahl inzwischen höher liegen. 18 Firmen der Gruppe sind zahlungsunfähig.

Die Staatsanwaltschaften Dresden und Luxemburg haben bei der Ergo um Auskunft gebeten. „Wir unterstützen die Strafverfolgungsbehörden bei ihren Ermittlungen. Mitarbeiter der Ergo Versicherungsgruppe sind nicht Beschuldigte des Verfahrens“, heißt es aus dem Unternehmen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%