WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Vorwurf des US-Senats Deutsche Bank ist Mitauslöser der Finanzkrise

Seite 2/2

2007 hatte sie diese Papiere im Gesamtwert von 1,1 Milliarden Dollar verkaufen wollen, obwohl Michael Lamont, Co-Leiter der Abteilung CDOs, bereits wusste, dass der Kreditmarkt einbrechen würde. Bereits Anfang Februar 2007 schrieb er in einer E-Mail: „Drückt die Daumen, aber ich glaube, wir können das verkaufen, bevor der Markt zusammenbricht.“ Tatsächlich verkaufte die Bank Papiere für 700 Millionen Dollar. Binnen 17 Monaten verloren diese fast ihren gesamten Wert.

Der Vorsitzende des Komitees des US-Senats, Carl Levin, spricht von beunruhigenden Praktiken bei der Bank. "Wir sind auf eine Schlangengrube voller Gier, Interessenkonflikten und Fehlverhalten gestoßen."

Und zwar auf eine für die Deutsche Bank doch recht lukrative Schlangengrube. Allein Lipmmans CDO-Team verdiente daran zwei Milliarden Euro. Er gehörte 2005 zur sogenannten "Gang of Five": Den CDO-Händlern bedeutender Investmentbanken, die neue Regeln entwickelten, um CDO-Wetten noch lukrativer zu machen.

Ob die neuesten Erkenntnisse des Komitees die Deutsche Bank erneut vor den Kadi zerren können, ist unklar, dem Image in den USA dürften sie jedoch erheblich schaden. Ob es Lamont und Lippman beeindruckt, was der kleine Ausschuss des Senates zu Tage förderte, ist hingegen fraglich. Lamont arbeitet mittlerweile beim New Yoker Hedge Fonds "Seer Capital Management", Lippmann gründete die LibreMax Capital LLC, eine Investmentgesellschaft in New York. Beide Unternehmen wickeln Milliardengeschäfte ab.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%