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VW-Plan Porsche Übernahme könnte sich verzögern

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Porsche-Chef Wendelin Quelle: dpa

Die von Betriebsratschef Hück angekündigten Protestaktionen der Belegschaft gegen eine Übernahme durch VW sind aus Sicht eines Arbeitsrechtlers ein „stumpfes Schwert“. „Das ist eine Drohung, die zwar VW treffen soll, aber letztlich Porsche schadet“, sagte der Tübinger Arbeitsrechtler Prof. Hermann Reichold mit Blick auf Produktionsausfälle. Wenn sich die Arbeitnehmerschaft gegen die Übernahme stelle, sei das kein Grund zur Sorge für VW- Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. „Denn kein Arbeitnehmer wird deshalb seine Kündigung einreichen, zumal in diesen schlechten Zeiten.“ Überdies sei ein Streik illegal, weil er gegen das Betriebsverfassungsgesetz verstoße.

Reichold bezeichnete eine mögliche Abfindung für Wendelin Wiedeking von 100 Millionen Euro zwar moralisch fragwürdig, aber rechtlich einwandfrei. Denn im bisherigen Aktienrecht seien die Abfindungen frei verhandelbar gewesen.

Der vor der Ablösung stehende Porsche-Chef hat sich nun auch selbst zu Wort gemeldet: Wiedeking sagte der Monatszeitschrift „Cicero“, er werde „nicht zulassen, dass Porsche am Ende über den Tisch gezogen wird“. Das sei er den Mitarbeitern und den freien Aktionären schuldig. Das Sagen bei Porsche haben allein die Familieneigentümer Porsche und Piech, die Vorzugsaktionäre haben kein Stimmrecht.

Wiedeking will das Unternehmen mit Hilfe einer Finanzspritze des Emirats Katar wieder auf solide Füße stellen und mit reduzierter Schuldenlast in Fusionsverhandlungen mit VW eintreten. VW will statt dessen unter Führung von Aufsichtsratschef Ferdinand Piech Porsche schlucken.

Wiedeking sagte der Zeitschrift, er halte es „für legitim, dass alle beteiligten Parteien für sich das Optimum herausholen wollen“. Porsche habe jedoch die finanziellen Mittel erarbeitet, um eine Allianz von Porsche und VW möglich zu machen.

Wiedeking lobt seine Widersacher

Auf seine Kontrahenten bei VW ging Wiedeking kurz vor den möglicherweise entscheidenden Aufsichtsratssitzungen am Donnerstag zu: Er schätze Piëch „als erfolgreichen Ingenieur und Manager mit strategischem Weitblick“, zitierte die Zeitschrift den seit 17 Jahren an der Porsche-Spitze stehenden Wiedeking. Piech habe „ohne jeden Zweifel Großartiges geleistet“. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) mache seinen Job als VW-Aufsichtsrat „ausgezeichnet“, zitierte das Blatt den Porsche-Lenker weiter.

Im Zusammenhang mit dem abgeschmetterten Kreditantrag bei der staatlichen Förderbank KfW räumte Wiedeking eigene Fehler ein: „Im Nachhinein muss ich feststellen, dass es ein Fehler war, den KfW-Kredit zu beantragen. Wir hätten es in unser Kalkül einbeziehen müssen, dass unser Antrag direkt in den Wahlkampf läuft.“

Porsche hatte - trotz jahrelanger Kritik an staatlichen Subventionen und Beihilfen für Unternehmen - bei der Staatsbank ein Darlehen über 1,75 Milliarden Euro zur Deckung einer Finanzlücke beantragt, da das Unternehmen bei den Geschäftsbanken keine Darlehen mehr erhält.

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