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VW-USA-Chef Browning "Wir knüpfen an den Erfolg des Käfers an"

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In Wolfsburg sind einige Manager nicht glücklich mit der Entscheidung, das Auto in den USA Passat zu nennen. Denn der US-Passat kann mit dem deutschen Namensvetter bei der Qualität und den Innovationen nicht mithalten.

Unser Auto Passat zu nennen wird nach meiner Kenntnis vom gesamten Unternehmen unterstützt.

Angeblich war allen im Vorstand klar, dass ein anderer Name besser wäre, aber man wollte sich das Geld für die -Einführung einer neuen Marke sparen.

Also seit ich im Unternehmen bin, ging es immer um den Namen Passat.

Der VW-Konzern hat in den USA in den vergangenen Jahrzehnten einige Milliarden Euro verloren. Können Sie mit dem preisgünstigen Passat Geld verdienen?

Durch den Ausbau unseres Geschäftes wollen wir unterm Strich Geld verdienen. Der neue Passat besteht zu 85 Prozent aus Teilen aus Nordamerika. Der neue Jetta kommt aus Mexiko. Damit haben wir eine großartige Basis, um die Kosten unseres USA-Geschäfts neu auszubalancieren.

Im neuen Werk in Chattanooga sollen zunächst 150 000 Passat vom Band laufen. Die Produktion kann aber leicht ausgebaut werden. Welches Modell werden Sie dort noch produzieren? Den Geländewagen Tiguan? Oder ein Audi-Modell?

Es gibt die Möglichkeit, die Produktion im bestehenden Gebäude auf 250 000 Autos pro Jahr aufzustocken. Danach könnten wir diese Anlage auf dem Nachbargelände eins zu eins noch einmal bauen und damit die Kapazität auf 500 000 Autos steigern. Noch gibt es darüber aber keine Beschlüsse, auch nicht über weitere Modelle, die wir dort bauen können.

Seit Jahren preisen deutsche Hersteller den Amerikanern ihre Dieselmodelle an, jedoch ohne großen Erfolg. Glauben Sie noch an den Durchbruch?

Die Bedeutung von Dieselfahrzeugen in den USA wächst. Mittlerweile ist jeder fünfte verkaufte VW hier ein Diesel. Auf der Automesse in Chicago haben mich mehrere Leute gefragt, wann wir auch den Tiguan mit Dieselmotor anbieten. Wir werden unser Dieselangebot auf jeden Fall kontinuierlich ausweiten. Damit können wir uns auch von den großen Wettbewerbern absetzen.

In den besten Zeiten kauften die US-Amerikaner 17 Millionen Autos pro Jahr. Wird es das in Zukunft noch geben?

Wir denken, dass der Markt in zehn Jahren wieder auf 15 bis 16 Millionen wachsen kann. Das heißt nicht, dass der Markt auch mal auf 17 Millionen steigen kann, aber damit planen wir nicht.

Sie sind ein begeisterter Radfahrer und planen für den Sommer eine 1500-Kilometer-Tour durch Ihre britische Heimat. Ein radelnder Automanager, ist das aus Sicht der US-Amerikaner nicht suspekt?

Auch echte Autonarren können sich neben Autos auch noch an ein paar anderen Dingen erfreuen. Meine Leidenschaft sind Autos. Aber unglücklicherweise hält das Sitzen in einem Auto nicht fit. Radfahren ist das beste Mittel gegen lange Meetings und unzählige Dinner.

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