Wegen Atomausstieg Linde-Chef spricht von Planwirtschaft

Der Atomausstieg werde die Strompreise explosionsartig ansteigen lassen. Davor warnte jetzt Linde-Chef Wolfgang Reitzle. Zudem richtete der Manager wegen der Energiewende deutliche Vorwürfe an die Bundesregierung.

Linde-Chef Wolfgang Reitzle fand deutliche Worte für die Energiewende der Bundesregierung. Quelle: dpa

BerlinDer Chef des Münchener Industriegasekonzerns Linde, Wolfgang Reitzle, hat die Energiewende in Deutschland scharf kritisiert. Die Marktwirtschaft im Energiesektor sei abgeschafft, sagte er am Freitag bei einem Wirtschaftskongress in Berlin. „Wir haben jetzt Planwirtschaft.“ Allein die energieintensive Chemiebranche werde mit jährlich über 300 Millionen Euro durch den Ausstieg aus der Atomkraft und die Förderung der Erneuerbaren Energien belastet. Bei den großen Versorgern seien Milliarden-Werte vernichtet worden, was niemanden zu stören scheine.

Die Folgen steigender Kosten für die Industrie würden mit einer gewissen Lässigkeit von der Politik einfach ignoriert. „Mir fehlt die Ausgewogenheit, mir fehlt die Einbeziehung der Wirtschaft“, sagte er. „Wir fühlen uns nicht mehr gehört“, beklagte der Konzernchef. „Das werden wir später noch sehr bereuen.“

Der Vorstandsvorsitzende des Gaseherstellers rechnet zudem mit steigenden Energiepreisen. „Der Strompreis wird explodieren“, sagte der Manager am Freitag in Berlin. Die erneuerbaren Energien seien schon in der Erzeugung um ein Vielfaches teurer als Atomstrom, hinzu kämen Kosten für Transport und Speicherung.

Die Debatte in Politik und Medien nach der Atomkatastrophe von Fukushima sei „eher ideologiegetrieben und nicht faktenbasiert“ gewesen, sagte Reitzle.

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