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Weinbau Ende der Weinkultur?

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Schon jetzt ist im Burgund das Klima für die wichtigste Rebsorte der Region, Pinot Noir,  reichlich warm geworden. In den vergangenen 30 Jahren ist die Erntezeit durchschnittlich um 13 Tage vorgerückt. „Der Pinot Noir hat wenig Chancen sich einer weiteren größeren Erwärmung anzupassen“, heißt es in der Greenpeace-Studie.

Ähnlich schwierig wird die Lage für die Weinproduzenten im Bordeaux-Gebiet. „Wenn es so weitergeht, müssen wir uns in 20 oder 30 Jahren vom Abbau des Cabernet Sauvignon verabschieden und auf Syrah umsteigen“, befürchtet Patrick Moulin, General Direktor des renommierten Chateau La Lagune in der Region Haut Medoc.

Noch schlimmer  könnte es für die Weinbauern in der Champagne kommen. Um die typische Fruchtigkeit und Spritzigkeit zu entfalten, braucht die Rebe gemäßigte Temperaturen. Doch schon in 40 Jahren könnten sich die Temperaturen in der Gegend um Reims den Verhältnissen in Südfrankreich angenähert haben. Der Alkoholgehalt würde dann um einen Prozentpunkt steigen, der Säuregehalt, der für Fruchtigkeit und Spritzigkeit entscheidend ist, sinken.

Die Liebhaber des nordfranzösischen Schaumweins könnten ihren Champagner nicht mehr wieder erkennen. Jetzt prüfen die Winzer in der Champagne, ob sie die Nordhänge bepflanzen. Das allerdings würde – sollten sich die Erwartungen der Greenpeace-Studie bewahrheiten – einen Aufschub nur für ein paar Jahrzehnte bringen. Im Jahre 2100 spätestens  müssten sich die Winzer der Champagne den Umzug nach England überlegen – oder die Umstellung auf Südweine. So oder so würde eine jahrhundertealte Tradition absterben.

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