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Weltbild-Chef Halff "Das ist doch eine Traumwelt"

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Buchhandlungen

Geben Sie diese Ersparnis über günstigere Preise an den Leser weiter?

Es kommt auf die Feinheiten an: Der Preis für das E-Book sollte 10 bis 20 Prozent unter dem der günstigsten regulären Ausgabe liegen. Wenn es also eine Taschenbuchausgabe gibt, sollte das E-Book ein Zehntel bis ein Fünftel weniger kosten.

Schneller als beim E-Book geht es offenbar mit Buchverkäufen via Internet voran?

Unser Wachstum im Internet ist erstaunlich. Im Vorjahresvergleich ist unser E-Commerce-Umsatz zuletzt um gut 50 Prozent auf mehr als 320 Millionen Euro gestiegen und macht mittlerweile 30 Prozent unseres Gesamtumsatzes aus. Leider kommt dieses Wachstum nicht oben drauf – das Internet frisst vom Umsatz im stationären Handel und vom Kataloggeschäft. Klar ist aber auch: Das Ladengeschäft wird auf lange Sicht das dominierende Angebot bleiben.

Eines, das auch mit dem neuen Typ von Kunde zurechtkommen muss, der sich längst im Internet informiert. Können Sie sich da nicht teure Kataloge sparen?

Die Oma weiß heute genau, was der Enkel wünscht und wie sie es portofrei bekommt. Dennoch hat die Hoffnung getrogen, wir könnten analog zum Internet-Wachstum die Katalogauflage reduzieren oder auf einzelne ganz verzichten – wir drucken in diesem Geschäftsjahr sogar deutlich mehr Kataloge in deutlich höherer Auflage als noch vor ein, zwei Jahren. Der Katalog hat heute eine andere Funktion: Er ist ein Impulsgeber, um mal wieder ins Internet oder den Laden zu gehen.

Sind damit Anbieter, die Kataloge versenden, Online-Shop und Läden betreiben, besser dran als reine Online-Anbieter?

Ja, daher versuchen andere Firmen, die aus dem Online-Handel entstanden sind, jetzt in einer Hauruck-Aktion, Filialen zu eröffnen.

Angeblich denkt auch Ihr Online-Konkurrent Amazon über Läden nach?

Das sind Gerüchte, die wir nicht kommentieren möchten. Es dürfte auch schwierig sein, denn in Deutschland gibt es eine zu große Verkaufsfläche für Bücher. Das wird sich aber spürbar ändern. In den kommenden fünf Jahren werden bis zu 40 Prozent der Buchverkaufsflächen verschwinden. Die eine Hälfte davon über die Umwidmung der vorhandenen Flächen auf andere Sortimentsgruppen...

...Spielwaren statt Bücher?

Genau, und dazu Geschenkartikel, CDs, DVDs, Gesellschaftsspiele und Ähnliches. Zusätzlich werden weitere 20 Prozent der heutigen Verkaufsflächen ersatzlos verschwinden, weil wir an vielen Orten bereits einen Überbestand haben.

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