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Weltweite Umfrage Top-Manager fürchten Protektionismus und Cybergefahren

Top-Manager fürchten Protektionismus und Cybergefahren Quelle: Reuters

Weltweit werden Top-Manager wegen zunehmender Risiken vorsichtiger, zeigt eine Umfrage von KPMG. Sie gehen nur noch von verhaltenem Wachstum aus.

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Top-Manager weltweit spüren zunehmenden Gegenwind in ihrem Geschäft und rechnen in den nächsten drei Jahren nur mit verhaltenem Wachstum. Das zeigt eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG unter 1300 Vorstandschefs, darunter 125 aus Deutschland. Die Befragten kommen aus Firmen mit mehr als 500 Millionen Dollar Umsatz.

Zwar zeigt sich bei den Chefs eine grundlegend optimistische Stimmung, was die die Aussichten für das eigene Unternehmen angeht. Getrübt wird dies allerdings durch Sorgen wegen der wachsenden Gefahren durch Protektionismus und drohende Cyberattacken, heißt es im diesjährigen „Global CEO Outlook Survey“ von KPMG, der am Dienstag vorgestellt wurde.

Mehr als 90 Prozent der Befragten sehen die Wachstumschancen auf einem eher bescheidenen Niveau. In Deutschland wie auch weltweit gehen die Top-Manager mehrheitlich davon aus, dass die Umsätze ihrer Unternehmen in den kommenden drei Jahren jeweils maximal um zwei Prozent wachsen können.

IT- und Informationssicherheit in deutschen Unternehmen

Die eingetrübte Stimmung hatte sich auch in anderen Umfragen bereits gezeigt. So fiel das vom Forschungsinstitut Ifo erstellte Barometer für die Weltwirtschaft im Februar deutlich. Es orientiert sich an den Erwartungen von Unternehmen und Konjunkturexperten. Der Aufschwung der Weltkonjunktur bleibe weiter intakt, jedoch schwäche er sich ab, heißt beim Ifo.

Die Skepsis entsteht zum einen durch die neuen geopolitischen Risiken. Zwei von drei deutschen CEOs sehen in den Abgrenzungsbestrebungen mancher Staaten die größte Gefahr für das Wachstum des eigenen Unternehmens, ergab die Umfrage von KPMG.

Im vergangenen Jahr war der Grundton der Studie, dass die CEOs ihr Geschäftsmodell entschlossen und mit aller Kraft verändern wollen. In diesem Jahr gaben viele an, vorerst eine eher pragmatischere Strategie fahren zu wollen.

Nach Einschätzung des weltweiten KMPG-Chefs Bill Thomas betrachten viele CEOs die aktuellen Gefahren nicht als schnell vorübergehend, sondern als „neue Normalität“. Dazu zählen auch Cyberattacken, die viele Top-Manager als größtes Risiken bei der zunehmenden Digitalisierung einstufen. Die Hälfte der Befragten rechnet fest damit, dass ihr Unternehmen von Hackern angegriffen wird, es sei nur noch eine Frage der Zeit. Beim Schutz der Kundendaten sehen sich die Chefs persönlich in der Verantwortung. Gleichwohl wollen die befragten CEOs den Umbau ihrer Firmen für die Digitalwirtschaft vorantreiben, etwa mit dem Einsatz von Robotik und künstlicher Intelligenz. Das wird aus ihrer Sicht aber nicht zu einem massiven Stellenabbau führen. Die Mehrheit der Vorstandschefs (62 Prozent weltweit und 65 Prozent in Deutschland) geht davon aus, dass in den kommenden drei Jahren durch den Einsatz dieser neuen Technologien mehr Arbeitsplätze geschaffen als abgebaut werden.

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