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Wenn's um Geld geht... Sparkassen bieten trügerische Sicherheit

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Eine 81-jähriger Mann hebt in Quelle: dpa/dpaweb

Günstig sind die Sparkassen nicht. Das kostenlose Girokonto, bei vielen Konkurrenten Standard, lehnen sie ab, auch wenn etwa die Sparkasse Karlsruhe zum Missfallen des DSGV ausgeschert ist und die Grundleistung ohne Gebühr anbietet. Einige Sparkassen haben zumindest kostenlose Online-Konten im Angebot. Nachdem sie über Jahre Kunden verloren haben, sind sie diesen bei den Konditionen etwas entgegengekommen. Kampfpreise können sie jedoch nicht bieten, dafür ist ihre Kostenbasis zu hoch. Die können sie auch nicht weiter schrumpfen lassen, ohne ihren wichtigsten Wettbewerbsvorteil zu gefährden: die räumliche Nähe zu ihren Kunden. Die Sparkassen haben das mit Abstand dichteste Filialnetz und die meisten Geldautomaten. Das ist teuer.

Filalen machen dicht, Geld gibts im Supermarkt oder beim Bäcker

Um die Kosten zu drücken, ohne Kunden zu vergraulen, müssen innovative Konzepte her. So gibt es vermehrt Selbstbedienungsfilialen oder Agenturen. "Wir haben zwar ein außerordentlich dichtes Netz an Geschäftsstellen", sagt zum Beispiel Manfred Preiß, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mittleres Erzgebirge. Doch das sei in Zukunft nicht aufrechtzuerhalten. Nachdem die Sparkasse kürzlich elf Filialen dichtgemacht hat, können sich die Kunden jetzt bei einem Bäcker, einer Lotto-Annahmestelle und einem Geschäft für Holzspielzeug mit Bargeld eindecken und den Schriftverkehr mit der Sparkasse abwickeln. Im rheinischen Neuss, wo drei bisher mit Beratern besetzte Filialen zu Selbstbedienungsstandorten umgebaut werden, könnte künftig ein "Geldtaxi" Teile der Bargeldversorgung für Senioren übernehmen. In Freiburg gibt es sogar eine gemeinsame Filiale der Sparkasse mit der örtlichen Volksbank.

Hinzu kommt: "Die überwiegende Zahl der Sparkassen steht vor massiven demografischen Herausforderungen", sagt Markus Thiesmeyer, Sparkassenexperte bei der Münsteraner Beratung Zeb Rolfes Schierenbeck. "Die klassische Kundschaft, die das bestehende Vertriebsmodell schätzt und weniger preisempfindlich ist, schrumpft." Dabei sind die Sparkassen bei Jugendlichen mit einem Anteil von fast 60 Prozent noch mit Abstand Marktführer. Allerdings ist das Konto für diese noch kostenlos. Sind Schule und Ausbildung beendet, folgt oft auch der Wechsel der Bankverbindung.

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