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Werkstattkette Warum A.T.U. nicht aus den roten Zahlen kommt

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Vergebliche Strategiewechsel

Das Unternehmen hat inzwischen nicht nur zwei Geschäftsführer-, sondern auch etliche Strategiewechsel hinter sich. Die erinnern rückblickend an ein batteriegetriebenes Spielzeugauto, das nur geradeaus fährt, bis es auf ein Hindernis trifft und dann die Richtung wechselt, bis es wieder anstößt. Mal sollte A.T.U. groß ins Ausland expandieren. Heute ist das passé. Mal sollten auch die Besitzer neuer Autos angelockt werden. Funktioniert hat das nicht.

Kern will deshalb zurück zu alten A.T.U.-Tugenden. Schneller Service und Markenersatzteile zum Discountpreis: Durchschnittlich 25 Prozent billiger als markengebundene Betriebe will er sein. Auch bei der Positionierung setzt Kern auf mehr Abstand zur klassischen Markenwerkstatt: „Wir sind da etwas zu weit gegangen mit Dingen wie Voranmeldungen für Reparaturtermine.“

Grundsätzlich sei das eine gute Entscheidung, urteilt Fabian Brandt, Partner und Autoexperte bei der Managementberatung Oliver Wyman: „Schnelle, einfache Reparaturen sind das Geschäft mit den hohen Renditen. Für komplexe Arbeiten müssen Sie dagegen viel Geld in die Ausstattung der Werkstätten und Mitarbeiterschulungen investieren.“

Aber reicht das? Zumal die Autohersteller selbst versuchen, Neuwagenkäufer durch Modelle wie Finanzierungs-Flatrates inklusive Wartung an sich zu binden, und gleichzeitig gezielt Fahrer älterer Fahrzeuge ansprechen, so wie Volkswagen mit seiner „Stop + Go“-Kette.

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    Hoch spezialisierte Konkurrenten

    Kern hat deshalb weitere Geschäftsfelder ausgemacht, in denen er wachsen will: Beim Service für kleinere und mittlere Firmenflotten etwa hat er deutlich zugelegt. Auch über Abkommen mit Versicherungen, die ihre Kunden zur Schadensregulierung, etwa für Autoglas, zu A.T.U. schicken, will Kern Geschäft holen.

    Ob damit hohe Margen zu erzielen sind, ist aus Sicht von Autoexperte Brandt allerdings fraglich: „Egal, ob Reifen oder Autoscheiben: Es gibt für die meisten Bereiche hoch spezialisierte Konkurrenten, mit denen sich A.T.U. messen muss.“

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